Suchen

Designklau: Nikola Motor reicht Milliarden-Klage gegen Tesla ein

| Autor: Christoph Seyerlein

Tesla bekommt wegen seines Lkws „Semi“ Ärger. Nutzfahrzeughersteller Nikola Motor wirft den Kaliforniern vor, beim Design des Modells abgekupfert zu haben. Das Unternehmen aus Salt Lake City verlangt Schadenersatz in Milliardenhöhe.

Firma zum Thema

Der Nikola One ähnelt dem Tesla Semi.
Der Nikola One ähnelt dem Tesla Semi.
(Bild: Nikola Motor Company)

Der Tesla Semi ist noch nicht mal auf dem Markt, da könnte er für den Hersteller bereits zum Problem werden. Wie die Nachrichtenagentur „Reuters“ berichtet, hat Nutzfahrzeughersteller Nikola Motor die Kalifornier wegen des Lkw-Modells verklagt. Der Vorwurf: Tesla soll beim Design vom „Nikola One“ abgekupfert haben. Das Unternehmen aus Salt Lake City verlangt deshalb mehr als zwei Milliarden Dollar Schadenersatz. Die Klage ist bei einem Gericht in Arizona eingegangen. Tesla selbst weist die Anschuldigungen zurück, ein Sprecher sagte, dass es „völlig offensichtlich“ sei, dass die Klage „keinerlei Grundlage“ habe.

Nikola Motor pocht dagegen darauf, dass beide Modelle „substanzielle Ähnlichkeiten“ aufweisen. Im Detail berufen sich die Kläger auf sechs Designpatente für die Windschutzscheibe, die Tür, den Rumpf, den Kotflügel, die Seitenverkleidung sowie das Gesamtdesign des Tesla Semi. Jene Patente seien Nikola zwischen Februar und April zugesprochen worden. Zudem kritisierte Nikola Motor, dass Tesla versucht habe, Nikolas Chefentwickler abzuwerben.

Tesla Semi: Der erste Lkw ist fertig
Bildergalerie mit 14 Bildern

Der Nikola One ist ein Brennstoffzellen-Lkw, der 2022 marktreif sein soll. Erstmals vorgestellt hatte das Unternehmen das Modell bereits 2016. Teslas Semi gab es dagegen erst im November 2017 erstmals zu sehen. Im Vorfeld jener Präsentation habe Tesla nach Nikolas Schilderung eine Unterlassungserklärung erhalten, diese aber ignoriert.

Das Verhältnis zwischen Nikola Motor und Tesla galt bereits in der Vergangenheit als angespannt. Kürzlich hatte Nikola verkündet, allen Interessenten, die bereits einen Brennstoffzellen-Lkw reserviert haben, ihre Anzahlung rückzuerstatten, ohne dass diese ihren Platz in der Warteschlange verlieren. Einige Experten sahen darin einen Seitenhieb gegen Tesla, die für den Semi eine satte Reservierungsgebühr von mindestens 20.000 Dollar verlangen.

Nikolas vollmundige Versprechen

Neben dem Nikola One arbeitet der Hersteller aus Salt Lake City auch am Nikola Two. Den Wasserstoffantrieb mit einer 320 kWh-starken Lithium-Ionen-Batterie für beide Modelle entwickelt das Unternehmen gemeinsam mit Bosch. Die Leistung beider Fahrzeuge soll bei 735 kW (rund 1.000 PS) liegen. Die maximale Reichweite gibt Nikola äußerst nebulös mit „zwischen 800 und 1.600 Kilometer“ an. Ein Tankstopp soll lediglich eine Viertelstunde dauern. Der Preis für die Fahrzeuge ist unbekannt.

(ID:45281198)

Über den Autor