Neuzulassungen E-Autos sorgen für deutliches Plus am Pkw-Markt

Von Andreas Wehner 2 min Lesedauer

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Jeder fünfte neu zugelassene Pkw in Deutschland fuhr im Juli elektrisch. Nach dem schwachen Jahresstart boomen die Stromer wieder – was aber vor allem auf einen Vorzieheffekt bei gewerblichen E-Auto Käufern zurückzuführen ist.

(Bild:  Achter - VCG)
(Bild: Achter - VCG)

Der deutsche Pkw-Markt ist im Juli erneut deutlich gewachsen. 243.300 Neuzulassungen bedeuteten ein Plus von 18,1 Prozent, wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) am Freitag mitteilte. Nach sieben Monaten steht mit 1,640 Millionen neu registrierten Pkw ein Plus von 13,6 Prozent in der Bilanz.

„Die hohen Zuwachsraten, die wir derzeit sehen, dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Absatz nach wie vor ungewöhnlich niedrig ist“, sagt Constantin M. Gall, Managing Partner und Leiter Mobility für Westeuropa beim Beratungsunternehmen EY. Im Vergleich zu den ersten sieben Monaten des Vor-Corona-Jahres 2019 lagen die Pkw-Neuzulassungen in diesem Jahr nach Angaben des Verbands der Automobilindustrie (VDA) etwa um ein Viertel niedriger.

69 Prozent mehr E-Autos

Besonders deutlich gingen im Juli die Neuzulassungen von batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV) nach oben. 48.700 Neuwagen kamen auf die Straße – ein Plus von 68,9 Prozent. Damit erreichten reine E-Autos im Juli einen Marktanteil von 20 Prozent.

Mit diesen hohen Wachstumsraten dürfte es jedoch bald vorbei sein. Dem Elektro-Boom werde wohl die Puste ausgehen, erwartet Berater Gall. „Denn für Unternehmen wird die Anschaffung eines Elektroautos mit dem Auslaufen der staatlichen Förderung zum 1. September deutlich unattraktiver“, so der Experte. 68 Prozent der Neuzulassungen von Elektroautos seien auf gewerbliche Halter entfallen. Der Großteil davon wollte wohl noch in den Genuss der staatlichen Förderung kommen.

Gall rechnet damit, dass es ab September eine deutliche Delle bei den gewerblichen E-Auto-Registrierungen geben wird. Ab Januar 2024 schrumpft zudem die Fördersumme für private Kunden erneut – und das bei nach wie vor recht hohen Preisen für diese Fahrzeuge. „In Summe wird dies mit großer Wahrscheinlichkeit zu einem deutlichen Wachstumsdämpfer dieses Marktsegments führen“, sagt Gall.

Auch insgesamt trüben sich die Aussichten ein. „Anfang des kommenden Jahres dürfte die Aufholjagd auf dem Neuwagenmarkt vorüber sein“, erwartet Gall. Denn dann ist der Auftragsstau aus dem vergangenen Jahr überwiegend abgearbeitet und die zuletzt rückläufigen Bestellungen wirken sich aus. Bei den deutschen Herstellern war der Auftragseingang laut VDA im abgelaufenen Monat um 5 Prozent rückläufig. Im ersten Halbjahr registrierte der Verband sogar 25 Prozent weniger Inlandsaufträge als ein Jahr zuvor.

Arne Joswig, Präsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), warnte angesichts der trüben Aussichten unter anderem auch vor der aktuellen Modellpolitik von Herstellern. Den Handel treffe wirtschaftlich aktuell nicht nur die Umstellung auf neue Vertriebsmodelle, sondern auch, dass es „zum Beispiel an bezahlbaren E-Fahrzeugen im Klein- und Kompaktwagensegment fehlt“. Die Kunden hielten sich beim Kauf zurück. „Das wird sich im Lauf des Jahres noch deutlicher in den Zulassungszahlen widerspiegeln“, erklärte Joswig.

Sie wollen mehr wissen? Unter https://www.kfz-betrieb.de/neuzulassungszahlen können Sie sich die Neuzulassungen aller Fabrikate nach Marktsegmenten gegliedert für einzelne Monate anzeigen lassen. Zudem finden Sie dort die Statistiken des KBA für die einzelnen Modellreihen als PDF zum Download.

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