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Diagnose-Wissen führt aufs Siegertreppchen

| Redakteur: Dipl.-Ing. Edgar Schmidt

Kfz-Mechatroniker Franz Havlat hat sich beim Sechs-Länder-Cup im schweizerischen Lenzburg den zweiten Platz erkämpft. Für ihn geht der Wettbewerb im Oktober bei den Berufsweltmeisterschaften weiter.

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Franz Havlat erarbeitete sich bei Sechs-Länder-Cup die Silbermedaille.
Franz Havlat erarbeitete sich bei Sechs-Länder-Cup die Silbermedaille.
( Archiv: Vogel Business Media )

Zehn Aufgaben mit jeweils 65 Minuten Bearbeitungszeit an zwei Wettkampftagen hat Franz Havlat aus dem sächsischen Großschönau hinter sich gebracht. Mit Wissen und Willenskraft setzte sich der Kfz-Mechatroniker gegen seine Konkurrenten durch, gegen die besten Kfz-Mechatroniker aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Südtirol, Luxemburg und Liechtenstein. In diesem Sechs-Länder-Cup ermitteln die Kfz-Verbände der beteiligten Länder seit 1999 alle zwei Jahre ihre Kandidaten für die Berufsweltmeisterschaften, den „Worldskills“.

Entsprechend anspruchsvoll war das Programm, das die Teilnehmer in der Schweiz zu bewältigen hatten. Die Aufgaben reichten von der Motordiagnose über die Fehlersuche am Bremssystem bis hin zu komplexen Problemen mit der Fahrzeugelektronik. Auch die Motormechanik, Arbeiten am Fahrwerk und eine Getriebemontage gehörten zum Spektrum.

Alle Stationen waren perfekt vorbereitet vom Team um Jürg Fluri, Leiter Berufsbildung beim Auto Gewerbe Verband Schweiz. Die Berufsschule Lenzburg, in deren Werkstätten der Wettkampf stattfand, bot den Rahmen für einen fairen Wettstreit.

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Fahrkarte nach London

Deutschland war beim Sechs-Länder-Cup mit zwei Aspiranten vertreten: Franz Havlat aus Sachsen und Yannic Scholz aus Nordrhein-Westfalen. Beide hatten sich für die Teilnahme über ihre Ergebnisse beim Bundesleistungswettbewerb 2010 qualifiziert. Mit seinem zweiten Platz hat Franz Havlat einmal mehr eindrucksvoll demonstriert, dass er zur Elite der deutschen Kfz-Mechatroniker gehört.

Da er mit seinen 20 Jahren das Höchstalter für die Teilnahme an den „Worldskills 2011“, die im Oktober in London stattfinden, nicht überschreitet, vertritt er in der Hauptstadt des Königreichs das deutsche Kfz-Gewerbe. Havlat absolviert derzeit eine Weiterbildung zum Meister im Kfz-Technikerhandwerk und arbeitet im elterlichen Betrieb im sächsischen Großschönau.

Diagnose-Know-how entscheidet

Insbesondere die Routine aus der täglichen Werkstattpraxis ist neben einem fundierten Diagnose-Know-how eine wichtige Voraussetzung, um bei Berufsmeisterschaften bestehen zu können. Die Teilnehmer mussten sich in der Schweiz an jeder Station in ein anderes Themenfeld einarbeiten. Die Aufgaben waren lediglich durch eine fünfminütige Wechselzeit voneinander getrennt. Um eine faire Bewertung sicherzustellen, beurteilten immer jeweils zwei Experten die Leistung der Kandidaten – einer aus der Schweiz und einer aus einem anderen Teilnehmerland.

Franz Havlat dankte nach dem Wettbewerb besonders seinen Eltern und seinen Kollegen, die ihn bei der Vorbereitung auf den Wettbewerb stark unterstützt haben. Die weitere Vorbereitung auf die Berufsweltmeisterschaften organisiert die Abteilung Berufsbildung des ZDK. Andrea Zeus, zuständige ZDK-Mitarbeiterin für Berufswettbewerbe, kündigte bei der Siegerehrung an, dass der ZDK die Kandidaten der anderen Teilnehmerländer wie in den vergangenen Jahren zu Vorbereitungskursen nach Deutschland einlädt.

Auch Yannic Scholz, beim Bundesleistungswettbewerb noch vor Havlat platziert, zeigte gute Leistungen beim Sechs-Länder-Cup, erreichte jedoch angesichts einer starken Konkurrenz nur Platz acht. Scholz äußerte sich trotzdem zufrieden: Die Erfahrungen, die er bei den Wettbewerben sammeln konnte, seien ein guter Lohn für seine Mühe gewesen. Er dankte vor allem seinem Kollegen Jens Weihl in seinem Ausbildungsbetrieb BMW Kaltenbach in Werdohl, seinem jetzigen Arbeitgeber. Ihm habe er einen Großteil seines Know-hows zu verdanken.

Das Ergebnis:

1. Flavio Helfenstein, Schweiz

2. Franz Havlat, Deutschland

3. Thomas Pacher, Südtirol

4. Thomas Maurer, Österreich

5. Marcel Rohr, Schweiz

6. Raphael Hermann, Liechtenstein

7. Florian Innerhofer, Südtirol

8. Yannic Scholz, Deutschland

9. Peter Siller, Südtirol

10. Julie Kremer, Luxemburg

11. Nermin Becirovic, Luxemburg

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