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„Die Automechanika findet jetzt in den ungeraden Jahren statt“

Autor: Wolfgang Michel

Seit 1971 fanden Automechanika und IAA im jährlichen Wechsel statt. Ab 2021 öffnen beide Branchenmessen im selben Jahr und Monat ihre Pforten. Für Detlef Braun, Geschäftsführer der Messe Frankfurt, ist das kein Problem.

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Detlef Braun, Geschäftsführer der Messe Frankfurt
Detlef Braun, Geschäftsführer der Messe Frankfurt
(Bild: Messe Frankfurt)

Vom Lückenfüller zum Welterfolg – so titelte »kfz-betrieb« im September 2018 anlässlich des 25. Jubiläums der Automechanika. Denn entstanden ist die erfolgreiche Fachmesse im Jahr 1971 als Ersatz für eine abgesagte Internationale Automobil-Ausstellung (IAA).

In nunmehr fast 50 Jahren entwickelte sich die Automechanika mit ihren aktuell 15 Veranstaltungen in 14 Ländern zur weltweit größten B2B-Messemarke. Trotz der in all den Jahren stetig zunehmenden Internationalisierung findet die Leitmesse nach wie vor alle zwei Jahre in Frankfurt statt. Jetzt musste sie wegen der Corona-Pandemie verschoben werden und findet statt 2020 im September 2021 statt. Und auch künftig sollen Aussteller und Besucher weiter in den ungeraden Jahren aufeinander treffen. Somit finden die Automechanika und die IAA Pkw künftig im selben Jahr und Monat statt.

Die erste Münchner IAA soll die Besucher vom 7. bis 12. September 2021 in die bayerische Landeshauptstadt locken. Die 26. Automechanika will ihre Gäste vom 14. bis 18. September 2021 in Frankfurt begrüßen. In beiden Fällen reist das Publikum aus der ganzen Welt an.

Was die Verschiebung der Automechanika für die Messe Frankfurt bedeutet und wie der Veranstalter den neuen Termin bewertet, darüber sprach »kfz-betrieb« mit Detlef Braun, dem Geschäftsführer der Messe Frankfurt.

Redaktion: Sie haben entschieden, die 26. Automechanika ins nächste Jahr zu verschieben. Können Sie heute schon etwas dazu sagen, inwieweit die Aussteller diesen Schritt mitgehen?

Detlef Braun: Der Großteil unserer Aussteller befürwortet diesen Schritt ausdrücklich. Aufgrund der lokal wie global anhaltenden Maßnahmen zur Eindämmung von Covid-19 ist es notwendig, die Leitmesse in den nächsten September zu verschieben, auch wenn das Team der Automechanika eineinhalb Jahre mit großem Engagement an der Umsetzung dieses Events gearbeitet hat. Für viele der Teilnehmer und Besucher aus zuletzt über 180 Ländern wäre eine Teilnahme unter den momentan gegebenen und zu erwartenden Umständen einfach nicht möglich. Darin haben uns alle führenden Verbände des Automotive Aftermarkt bestärkt und vor allem auch unser Beirat, mit dem wir vor einigen Tagen noch einmal ausführlich gesprochen haben. Die Gesundheit aller Teilnehmer der Veranstaltung, ob Aussteller oder Besucher, hat für uns höchste Priorität.

Wie gut gebucht waren die Messehallen zum jetzigen Zeitpunkt für die Automechanika 2020? Wie lautete das Verhältnis nationale versus internationale Aussteller?

Olaf Mußhoff, unser Director der Automechanika Frankfurt, und sein Team konnten sich bis zuletzt über eine große Nachfrage freuen. Mehr als dreiviertel der Fläche waren bereits gebucht. Erst vor kurzem ging die Einladung für die begehrten Automechanika Innovation Awards an die Aussteller. Das Verhältnis der nationalen zu den internationalen Ausstellern war vergleichbar zu der Vorveranstaltung. 70 Prozent internationale Aussteller, 30 Prozent deutsche, wobei die Deutschen nahezu ein Viertel der Ausstellungsfläche belegen.

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Nach der Automechanika ist vor der Automechanika: Sie und das gesamte Automechanika-Team arbeiten permanent daran, dass die jeweils nächste Automechanika noch informativer und vielseitiger als die vergangene Automechanika wird. Inwieweit fällt die Mannschaft jetzt erst einmal in ein mentales Loch?

Die Mannschaft kenne ich als überaus leidenschaftliches Team, das immer für die Sache kämpft, auch in herausfordernden Zeiten. Natürlich mag sich das, was jetzt kommt, für den einen oder anderen wie ein Marathon anfühlen. Aber bei der Messe Frankfurt sind wir uns einig: Jetzt erst recht! Jetzt erst recht zusammenhalten und die Zukunft gemeinsam gestalten. Ich bin sicher, das Team wird gemeinsam mit den Kunden alles geben – für eine erfolgreiche Messe im Jahr 2021. Uns Messemenschen fehlt die persönliche Begegnung ganz besonders, das steckt einfach in unserer DNA.

Ein zentraler Aspekt der Automechanika 2020 sollte die berufliche Weiterbildung sein. Verschiebt sich dieser Aspekt mit in den September 2021?

In den vergangenen Jahren profitierten über 3.000 Teilnehmer aus der ganzen Welt von den jeweils dreistündigen Weiterbildungen auf der Automechanika Frankfurt. Wir möchten für diesen Herbst – zumindest für unser deutsches Werkstattpublikum – eine digitale Veranstaltungsreihe organisieren, gemeinsam mit führenden Fachmedien. Was die Themen angeht, wird das ähnlich breitgefächert sein, wie wir es von der Veranstaltung kennen. Das Weiterbildungsangebot auf der Messe nächstes Jahr, wird nahtlos daran anschließen. Sie dürfen gespannt sein.

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Über den Autor

 Wolfgang Michel

Wolfgang Michel

Chefredakteur »kfz-betrieb«