Die Evolution des Autoschlüssels

Autor / Redakteur: sp-x / Laura Jaworek

Schlüssel rein, umdrehen, Motor starten und abfahren. Traditionelle Metallschlüssel nutzen Autofahrer möglicherweise in Zukunft immer seltener, stattdessen kommen digitale Checkkarten in Mode. Auch das Smartphone ist als Alternative im Gespräch.

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Einer der ersten Autoschlüssel mit Diebstahlschutz aus dem Jahr 1910.
Einer der ersten Autoschlüssel mit Diebstahlschutz aus dem Jahr 1910.
(Bild: Bosch)

Einst sind Automobile ganz ohne ihn ausgekommen, doch vor über hundert Jahren startete der Zündschlüssel zum Siegeszug. Seither durchlebte er eine Reihe von Wandlungen in Form und Funktion. Noch relativ jung ist dabei die Entwicklung vom einfachen Metallstück mit Schließfunktion zum elektronischen Multitalent. Doch in naher Zukunft dürfte das als oft aufwendig verzierte Kleinod dank der gegenwärtigen Vernetzung ausgedient haben.

Um 1900, als Automobile im Straßenbild noch eine Sensation waren, wurde das Konzept eines Zündschlüssels gerade erst erdacht. Bei den ersten Autos war der Startvorgang noch viel zu vielschichtig. Eine einfache Handbewegung reichte dafür nicht aus. Gut geschulte Chauffeure mussten in mehreren Schritten den Motor starten. Die Aktivierung einer Zündung per Drehschalter war nur einer davon. Diebstahlsicherung war zu der Zeit noch kein Thema.

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Auch die Erfindung des Anlassers 1899 hat dem Autoschlüssel nicht gleich zum Durchbruch verholfen. Bei den ersten Autos mit einem Anlasser waren Diebstahlsicherung und Motorstarts noch längst nicht kombiniert. Um 1910 begann die Einführung eines Diebstahlschutzes per Schlüssel, indem mit diesem etwa der Stromkreis für die Zündung geschlossen wurde. Den Motor selbst musste man zumeist noch per Drehkurbel zum Leben erwecken.

Erst in den 1920er-Jahren hat man als Nobellösung erstmalig Zünd-Anlass-Schalter in Autos montiert. Dabei wurde in einer Bewegung der Stromkreis geschlossen und zugleich der Anlasser gestartet. Nach dem Abziehen ließ sich sogar das Lenkrad einrasten. Parallel kam in dieser Zeit das Abschließen des Fahrzeugs in Mode, wofür allerdings ein separater Schlüssel eingesetzt wurde.

Prestige-Objekt

Künftig fungierten Autoschlüssel auch als Symbol für den Besitz des Automobils, weshalb diese selbst gerne als Schmuckstück inszeniert wurden. Dabei haben die Autohersteller immer wieder kreative Serienlösungen entwickelt. Reiche Kunden leisteten sich zudem individuelle Nobellösungen. So wurde für einen Mercedes SL 300 der Königin Soraya eigens ein Zündschlüssel aus Gold gefertigt. Auch heute noch werden Schlüssel gerne individualisiert. Das Angebot reicht von bunten Plastikschalungen bis zu aufwendigen Schmuckarbeiten. Die Berliner Manufaktur Noblekey hat sich vor einigen Jahren darauf spezialisiert, besonders edle Schlüssel nach ganz individuellen Wünschen herzustellen. Einstiegsmodelle gibt es für untere vierstellige Summen. Sonderanfertigungen können dabei so viel wie ein neuer Mittelklassewagen kosten.

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