Die Evolution des Autoschlüssels

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Für normale Autos hingegen blieb es meist bei Standardware aus Stahl, oft in üppigen Bündeln. So wurden teilweise für Zündschloss, Fahrer- und Beifahrertür, Kofferraum oder Tankdeckel unterschiedliche Schlösser montiert. Daher summierte sich für manches Mobil die Zahl der Schlüssel auf eine in der Praxis unhandliche Menge. Das erste Auto, bei dem sich Zünd- und Türschlüssel vereinten, kam 1949 von Chrysler. Doch erst ab den 60er-Jahren setzte sich die Kombination von Zünd-ist-gleich-Türschlüssel durch. Oft wurde bei diesem die Schlüsselreide, also der griffige Teil oberhalb vom Schlüsselbart, als Markenemblem inszeniert, später gerne gerahmt von einer Kunststoffummantelung.

In diese Schlüsselreide wurden dann sogar Funktionen integriert. So waren einige Zeit kleine Taschenlampen in Mode. Viel wichtiger: Ab Mitte der 90er-Jahre setzte sich die Zentralverriegelung durch, dank der ein Schlüsseldreh allen Gästen Zugang gewähren konnte. Mit der Integration von Fernbedienungen in den Schlüssel, die ein elektronisches Signal ans Fahrzeug senden, erhöhte sich der Schließkomfort weiter. Denn fortan reichte ein kurzer Druck, um das Fahrzeug zu öffnen. Der eigentliche Zündschlüssel versteckte sich meist im Plastikgehäuse, aus dem er sich per Knopfdruck ausklappen ließ.

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Der nächste wichtige Schritt war die Einführung von Keyless-Systemen, die oft auch ein schlüsselloses Öffnen und Schließen ermöglichten. Zunächst auf Knopfdruck, später auch einfach automatisch per Funksignal. Zündschloss und Zündschlüssel wurden dabei obsolet und der Motorstart per Knopfdruck initiiert. Der Schlüssel als Signalgeber nahm unterschiedlichste Formen wie etwa eine große Checkkarte an. Besonders moderne Schlüssel, wie der LCD-Schlüssel von BMW, sind bereits kleinen Smartphones ähnlich.

Und das Smartphone ist es, das den Zündschlüssel wohl schon bald endgültig beerben wird. Das liegt unter anderem an den Sicherheitsgründen, denn das Funksignal des Schlüssels lässt sich abfangen und Diebe können Autos somit leichter kapern. Die Zukunft, da ist sich etwa der Autozulieferer Bosch sicher, liegt im Smartphone. Dabei erkennen fest ins Fahrzeug verbaute Sensoren das Handy des Besitzers so sicher wie einen Fingerabdruck und öffnen die Türen nur für ihn. Im Falle eines Verlusts lässt sich das System sperren. Alternativ ist es per App möglich, anderen Nutzern, auch zeitlich begrenzt, Zugang zu gewähren. Das Smartphone als virtueller Schlüssel kann dank Bluetooth als Übertragungstechnologie nicht abgefangen werden. Außerdem ist die Lösung praktisch, denn das Mobiltelefon tragen wohl mittlerweile die meisten stets mit sich. Und noch etwas verändert sich: Die nervige Suche nach dem Autoschlüssel dürfte damit der Vergangenheit angehören.

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