Diesel-Bastionen in Asien und Afrika

Autor / Redakteur: sp-x / Jakob Schreiner

Der Dieselantrieb ist keinesfalls nur ein europäisches Phänomen. In Indien erreicht der Selbstzünder bis zu 50 Prozent Marktanteil – und noch ein weiteres wichtiges asiatisches Land baut auf den Dieselmotor.

Unzählige Taxis und Kleinbusse fahren mit Selbstzündermotoren. So schafft der Diesel in Indien sind es rund 50 Prozent Marktanteil.
Unzählige Taxis und Kleinbusse fahren mit Selbstzündermotoren. So schafft der Diesel in Indien sind es rund 50 Prozent Marktanteil.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Der prozentual größte Dieselmarkt nach Europa ist Indien. Dort kam der Diesel in der Zulassungsstatistik im Jahr 2015 sogar einmal auf einen Marktanteil von über 50 Prozent. Vor allem unzählige Taxis und Kleinbusse fahren dort mit Selbstzündermotoren, die allerdings maximal auf Euro-4-Niveau arbeiten.

Wie in Deutschland wurde der Kraftstoff dort lange Jahre massiv subventioniert. Zuletzt hat die Regierung die Förderung vor dem Hintergrund der Luftverschmutzung in den Städten aber zurückgeschraubt, teilweise sogar Zulassungsverbote für Dieselautos in Metropolen erlassen. Mittlerweile wurden diese jedoch zugunsten einer erhöhten Zulassungssteuer wieder gelockert.

Im Kern ist der Diesel allerdings durchaus ein europäisches Phänomen. In Deutschland erfunden, von deutschen, italienischen und französischen Herstellern domestiziert und seit rund zwei Jahrzehnten als Gegenentwurf zur vornehmlich asiatischen Hybridtechnik aufgebaut. In den Staaten der EU und der EFTA liegt sein Marktanteil bei den Pkw-Neuzulassungen aktuell bei knapp 49 Prozent. Nicht zuletzt, weil seine Effizienz und die teils subventionierten Literpreise des Kraftstoffs für niedrige Tankkosten sorgen.

Dieseldebatte: Ähnliches Problem in Südkorea

Vergleichbar mit Europa ist die Situation in Südkorea. Als dort Anfang des Jahrzehnts die Benzinpreise explodierten, startete der Diesel einen Boom, der ihn bis zu einem Neuzulassungs-Marktanteil von rund 40 Prozent führte. Verstärkt wurde die Entwicklung durch die Vorliebe der Koreaner zu großen Autos, weshalb das Land für die deutschen Premiumhersteller ein wichtiger Markt ist.

Die heimischen Hersteller zogen nach und nahmen ebenfalls mehr Diesel ins Programm. Zuletzt stand der Selbstzünder in Südkorea aber stark unter Druck, nachdem die Regierung im Zuge des VW-Skandals Verkaufsverbote für Fahrzeuge von Nissan, BMW und Porsche verhängt hatte.

Noch einen nennenswerten Marktanteil hat der Diesel in Südafrika, was dort vor allem dem hohen Pick-up-Anteil in den Zulassungsstatistiken geschuldet sei dürfte. An der Südspitze des Kontinents ist jedes sechste Fahrzeug ein Diesel (17 %). In den weltweit größten nationalen Einzelmärkten, in den USA und in China, spielt der Diesel nur eine marginale Rolle.

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