Diesel: Bereitschaft zur Inzahlungnahme steigt

20 Prozent der Händler sehen Dieselkrise als überwunden

| Autor: Yvonne Simon

(Bild: Seyerlein/»kfz-betrieb«)

Autohändler nehmen wieder deutlich mehr Dieselfahrzeuge in Zahlung. Wie aus dem aktuellen Diesel-Barometer der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) hervorgeht, geben derzeit nur noch 9 Prozent der befragten Händler an, keine Selbstzünder anzukaufen. Vor einem Jahr hatte der Anteil noch bei 18 Prozent gelegen, im Frühjahr 2018 bei 22 Prozent.

Dass sich die Lage rund um den Diesel anhaltend leicht entspannt, bestätigen weitere Umfragewerte. So bilden beispielsweise nur noch 41 Prozent der Händler Rückstellungen für drohende Verluste aufgrund der Auswirkungen der Dieselaffäre, was einen Rückgang um 18 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr bedeutet.

Die Hälfte der Befragten gab außerdem an, Kunden zu haben, die wieder zum Diesel zurückgekehrt sind. Dieser Frage ging die DAT zum ersten Mal nach, es gibt also keinen Vergleichswert. Allerdings ist das Vertrauen der Händler selbst in die Dieseltechnologie gestiegen: 43 Prozent erwarten, dass die Bedeutung des Diesels im Vergleich zum Benziner abnehmen wird, im Vorjahr hatten noch 56 Prozent mit einem Bedeutungsverlust gerechnet.

Entwarnung geben die Händler allerdings nicht. Nur 21 Prozent sehen die Dieselkrise als überwunden an, für knapp 80 Prozent dauert sie also weiter an. Die Standzeiten der Selbstzünder auf ihren Höfen sind nach wie vor hoch: Im Schnitt stehen gebrauchte Diesel-Pkw 90 Tage beim Händler und kosten pro Tag 28 Euro. Immerhin handelt es sich um den zweitniedrigsten Wert seit Januar 2018. Lediglich im August 2019 mit 88 Standtagen wies die DAT kürzere Standzeiten aus. Am Steigen sind währenddessen die Standtage der gebrauchten Benziner: Sie stehen durchschnittlich 85 Tage, 6 Tage mehr als noch vor zwei Monaten.

Anzahl der Euro-5-Diesel sinkt

Die Anzahl der Euro-5-Diesel nimmt weiter ab. Sie machen aktuell 15 Prozent des gesamten Gebrauchtwagenbestandes aus. Vor einem Jahr waren es noch 22 Prozent gewesen. Von auslaufenden Leasing- oder Finanzierungsverträgen erwarten die Händler noch 13 Prozent Euro-5-Diesel. Auch dieser Anteil lag vor einem Jahr mit 23 Prozent deutlich höher.

Ganz leicht gesunken sind die Restwerte. Drei Jahre alte Diesel-Gebrauchtwagen erzielen noch 52 Prozent des ehemaligen Listenneupreises, 0,1 Prozentpunkt weniger als im September. Benziner kommen wie im Vormonat auf 56,7 Prozent. Der Abstand zwischen Benzinern und Selbstzündern hat sich also kaum verändert.

Ein Trend, der sich verfestigt hat, ist die Vermarktung von Diesel-Pkw über zusätzliche Kanäle. Seit Mitte 2017 geben immer mehr Händler an, ihre gebrauchten Selbstzünder beispielsweise auch über Wiederverkäufer oder Auktionen zu vermarkten. Die direkte Kontaktaufnahme von anderen Händlern aus dem Ausland ist bei 38% der Händler der Fall.

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