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Diesel-Skepsis der Händler wird schwächer

Autor: Jens Rehberg

Während vor einem Jahr noch deutlich über die Hälfte aller von der DAT befragten Händler die Bedeutung des Diesels im Vergleich zum Benziner schwinden sahen, unterschreiben derzeit nur noch gut ein Drittel diese These. Auch andere Zahlen legen nahe, dass das Geschäft mit Diesel-Pkw wieder einfacher wird.

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Auch die Diesel-Standtage sind weiter rückläufig.
Auch die Diesel-Standtage sind weiter rückläufig.
(Bild: Rehberg / »kfz-betrieb«)

Die deutschen Kfz-Händler sehen das Diesel-Thema offenbar immer entspannter. Während vor einem Jahr noch deutlich über die Hälfte aller von der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) befragten Händler die Aussage „Ich glaube, dass die Bedeutung des Dieselmotors im Vergleich zum Benzinmotor in Zukunft abnehmen wird“ bestätigt hatten, waren es zuletzt nur noch ein gutes Drittel. Im Rahmen des DAT-„Diesel-Barometers“ befragten die Marktexperten über eine repräsentative Stichprobe 490 Händler online.

Demnach ging auch die durchschnittliche Anzahl an Diesel-Standtagen weiter zurück. Über alle Segmente und Fabrikate sank dieser Wert im Mai im Vergleich zum Vorjahresmonat um 11 auf derzeit 95 Tage. Ein nicht verkaufter Diesel-Pkw kostet nach Berechnung der DAT zurzeit etwa 27 Euro pro Tag. Gebrauchte Benziner stehen gerade im Schnitt 82 Tage (unverändert zum Vorjahr).

So ging zuletzt auch der Anteil der Händler zurück, die aufgrund des Diesel-Themas Rückstellungen bildeten: Zuletzt waren es 47 Prozent, die auf diese Weise drohende Verluste absicherten. Bei der letzten DAT-Händlerbefragung vor einem halben Jahr lag dieser Wert noch bei 59 Prozent.

Auch der Anteil an Händlern, die keine gebrauchten Diesel in Zahlung nehmen, hat abgenommen. Vor sechs Monaten waren das 18 Prozent – zuletzt waren es nur noch 13 Prozent.

Während zudem vor gut einem Jahr noch 95 Prozent der Händler angaben, sie hätten aufgrund von Diesel-Nachfragen der Kunden mehr Beratung in ihren Gesprächen zu leisten, sank dieser Anteil zuletzt um 10 Prozentpunkte auf 85 Prozent.

Außerdem lassen sich Diesel offenbar wieder einfacher über diverse B2B-Kanäle weitervermarkten – das sagen 64 Prozent der befragten Autohändler, vor einem halben Jahr waren es noch 61 Prozent gewesen. Und 42 Prozent bestätigen gerade, dass sie diesbezüglich häufiger von Händlern aus dem Ausland kontaktiert werden. Das entspricht einer Steigerung um zehn Prozentpunkte im Vergleich zur letzten Befragung dieser Art im vergangenen November.

Auto-Staiger-Chef Marcus Stein zitiert die DAT in einer aktuellen Pressemitteilung wie folgt: „Insgesamt können wir für unseren Betrieb auf ein wirklich entspanntes erstes Halbjahr zurückblicken.“ Es herrsche keinerlei Hysterie mehr um Euro-6-Diesel oder Abgasnormen. Im Vergleich zum Vorjahr verkaufe Staiger Euro-5-Diesel insgesamt zu etwas niedrigeren Preisen, man kaufe sie allerdings auch günstiger an.

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Über den Autor

 Jens Rehberg

Jens Rehberg

Stellv. Chefredakteur und Ressortleiter Newsdesk des »kfz-betrieb«