Diesel-Standzeiten durchschlagen die 100-Tage-Marke

DAT-Studie rund um die Diesel-Thematik

| Autor: Jens Rehberg

Gebrauchte Diesel standen über alle Segmente und Marken hinweg im August im Schnitt 21 Tage länger als Benziner.
Gebrauchte Diesel standen über alle Segmente und Marken hinweg im August im Schnitt 21 Tage länger als Benziner. (Bild: Wehner / »kfz-betrieb«)

Mit 101 Tagen haben die Standzeiten für gebrauchte Diesel im August erstmals die 100-Tage-Marke durchbrochen. Das besagt das jüngste „Diesel-Barometer“ der DAT – eine Studie, die unter anderem eine repräsentative Umfrage unter Autohändlern enthält. Demnach standen gebrauchte Dieselfahrzeuge im vergangenen Verkaufsmonat im Durchschnitt 7 Tage länger als noch im Juli. Die Differenz zu den vergleichbaren Benzinern lag laut der Erhebung bei im Schnitt 21 Tagen.

Zudem ergab die Auswertung der vom Handel an die DAT übermittelten realen Transaktionspreise für den August erstmals Diesel-Restwerte (alle Segmente und Fabrikate, 3-jährig, 15-20.000 km pro Jahr), die im Durchschnitt unter dem Niveau des Vorjahresmonats lagen. Dieser Wert lag im August 2016 noch bei 54,5 Prozent der ehemaligen Listenneupreise. Im August 2017 waren es 0,3 Prozentpunkte weniger (54,2 %). Bei den gebrauchten Benzinern dagegen lag der Durchschnittswert im vergangenen Monat knapp einen Prozentpunkt höher als im Vorjahr.

Die Entwicklung der GW-Standzeiten seit Anfang letzten Jahres – zum Vergrößern bitte klicken.
Die Entwicklung der GW-Standzeiten seit Anfang letzten Jahres – zum Vergrößern bitte klicken. (Bild: DAT)

Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass gebrauchte Dieselfahrzeuge zunehmend in andere Verkaufskanäle strömen: 45 Prozent der Händler gaben an, ihre Diesel vermehrt in Auktionen, an andere Händler oder auch direkt ins Ausland zu verkaufen – das entspricht einer Steigerung von zehn Prozentpunkten gegenüber dem Juli.

Die Marktexperten der DAT weisen zudem darauf hin, dass die Beratungsleistung der Händler in Sachen Diesel weiter ansteigt. Mittlerweile führten 92 Prozent aller Händler intensivere Kundengespräche zum Thema Diesel. Im fabrikatsgebundenen Handel sagen das sogar 94 Prozent. Das binde in erheblichem Umfang Personalressourcen im Vertrieb aber auch im Werkstattbereich, weil die Kunden offenbar jede Gelegenheit nutzen, um sich zum Beispiel Klarheit über mögliche Einschränkungen der Nutzung ihrer Fahrzeuge bei drohenden Fahrverboten zu verschaffen.

So schätzen die befragten Händler die Auswirkungen der vor kurzem ausgelobten Umweltprämien auf die Neuwagenverkäufe ein – zum Vergrößern bitte klicken.
So schätzen die befragten Händler die Auswirkungen der vor kurzem ausgelobten Umweltprämien auf die Neuwagenverkäufe ein – zum Vergrößern bitte klicken. (Bild: DAT)

Außerdem bestätigten die befragten Kfz-Händler, dass die im August von den Herstellern und Importeuren ausgelobten Diesel-Abwrackprämien vor allem zu mehr Benziner-Verkäufen führen – 51 Prozent der Händler äußerten sich entsprechend (siehe Grafik).

E-Autos sind Extrem-Langsteher

Aus der Diskussion mit Händlern im Rahmen eines Experten-Arbeitskreises erfuhr die DAT darüber hinaus, dass Gebrauchtfahrzeuge mit alternativen Antrieben und insbesondere reine Elektrofahrzeuge derzeit sehr schwer verkäuflich sind. Die entsprechende durchschnittliche Standzeit liege mit 121 Tagen noch einmal deutlich höher als bei Diesel-Fahrzeugen. Den Grund dafür sehen die Experten in der Tatsache, dass sich bei diesen Fahrzeugen der technische Fortschritt so rasant entwickelt, dass Gebrauchtfahrzeuge nach einigen Jahren gegenüber Neufahrzeugen technisch bereits völlig veraltet sind.

Mit Sorge betrachten die Mitglieder des Experten-Arbeitskreises auch die Restwerte der Leasing- und Flottenrückläufer, da diese sich offensichtlich immer weiter von den ursprünglich kalkulierten Marktwerten am Ende der Laufzeit entfernen.

Außerdem forderten die Händler von ihren Hersteller- und Importeurspartnern mehr Informationen und intensivere Schulungen zu alternativen Antriebsarten. Die daraus resultierende Bindung von Personalressourcen in den Betrieben solle von den Herstellern und Importeuren finanziell gefördert werden, solange die Fahrzeuge mit alternativen Antrieben noch keine signifikanten Anteile im Verkauf haben.

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