Dieselgate: Daimler erneut unter Verdacht

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Unabhängig vom aktuellen Fall bei Daimler sind die deutschen Autohersteller bei der Nachrüstung mit Abgas-Software für Diesel noch immer im Verzug. Derzeit sei rund 1 Million der betroffenen etwa 5,3 Millionen Fahrzeuge bei der Software noch nicht auf dem neuesten Stand, teilte das Bundesverkehrsministerium in Berlin am Samstag auf Anfrage mit. Es handelt sich um jene Diesel-PKW, für die deutsche Hersteller im Jahr 2017 ein Software-Update zugesagt hatten und dies bis Ende 2018 verwirklichen wollten.

Außerdem gibt es laut Ministerium noch eine weitere Million Dieselautos, die von in- und ausländischen Herstellern später gemeldet worden seien und nun möglichst schnell ebenfalls umgerüstet würden. Darunter seien auch „verpflichtende Rückrufe der vergangenen Monate von Fahrzeugen deutscher Hersteller“.

Das Umweltbundesamt dringt darauf, über schärfere Grenzwerte für Feinstaub nachzudenken. Eine Diskussion darüber sei „erforderlich“, sagte Amtspräsidentin Maria Krautzberger der „Süddeutschen Zeitung“

(Samstag). Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfehle deutlich strengere Grenzwerte als derzeit gültig. „Auch wir im Umweltbundesamt sehen die Risiken durch zu hohe Feinstaubkonzentrationen.“

Experten der Nationalen Akademie der Wissenschaften (Leopoldina) hatten der Bundesregierung diese Woche „nachdrücklich“ empfohlen, die Belastung der Menschen zu reduzieren und eine Verschärfung der Grenzwerte zu prüfen. Feinstaub sei gefährlicher als Stickoxide, die derzeit für Fahrverbote sorgten, hieß es in einer Stellungnahme. Er könne Erkrankungen der Atemwege, des Herz-Kreislauf-Systems oder auch Lungenkrebs verursachen. Feinstaub stammt etwa aus Dieselruß, vom Reifenabrieb oder aus Abgasen von Industrie, Kraftwerken, Heizungen und Holzöfen.

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