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Dieses Auto soll Afrika mobiler machen

| Autor / Redakteur: sp-x / Christoph Seyerlein

Um die Landbevölkerung in entlegenen Gegenden Afrikas mobil zu machen, arbeitet die TU München am Projekt „Acar“. Die Wissenschaftler setzen auf E-Antrieb, Modularität und geringe Kosten.

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Mitarbeiter der TU München haben in einem Projekt den „Acar geschaffen“.
Mitarbeiter der TU München haben in einem Projekt den „Acar geschaffen“.
(Bild: TU München)

Bereits im Jahr 2014 hat die Technische Universität München (TUM) mit dem Konzeptauto „Vision M“ einen vielbeachteten Entwurf für ein besonders effizientes Elektroauto vorgestellt. Jetzt haben Wissenschaftler der TUM im Rahmen eines interdisziplinären Projekts eine weitere interessante Autoidee auf die Räder gestellt: Ein rein elektrisch betriebenes, geländegängiges Fahrzeug namens „Acar“. Das Budget-Mobil soll speziell im ländlichen Afrika südlich der Sahara eingesetzt werden.

Eine der Kernideen für dieses Konzept war es, die Lebensqualität für die Landbevölkerung in abgelegenen Gegenden ohne Infrastruktur durch attraktivere Mobilitätsangebote zu verbessern. In vielen Regionen Afrikas gibt es für die Bewohner kaum Möglichkeiten, einen Arzt, einen Markt oder eine Schule zu besuchen. Könnten die Menschen dort auf ein Auto wie dem Acar zurückgreifen, würde dies ein selbstbestimmteres Leben in ländlichen Regionen stärken. Dies könnte wiederum helfen, die Landflucht einzudämmen.

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Das Acar soll vielseitig verwendbar sein. Die Wissenschaftler haben sich deshalb für einen besonders modularen Aufbau entschieden, der es erlaubt, das Fahrzeug als Personentransporter, Kleinlaster, Landmaschine oder gar als Energiequelle für andere Maschinen zu nutzen. Energie zum Antrieb des E-Mobil könnte aus einer dezentralen Stromversorgung zum Beispiel über Solaranlagen kommen.

Aufgrund des modularen Aufbaus soll das Basis-Fahrzeug zudem zu vergleichsweise niedrigen Preisen (rund 9.000 Euro) produziert werden können. Das Acar soll darüber hinaus lokal gefertigt werden, damit sich vor Ort eigenständige Wertschöpfungsprozesse entwickeln können. Unter anderem waren Wissenschaftler aus Nigeria, Ghana, Kenia und Tansania an dem Projekt beteiligt.

Als erstes Ergebnis der internationalen Zusammenarbeit ist im Mai 2016 ein erster Prototyp entstanden. Im Frühjahr 2017 soll ein weiter verfeinerter Nachfolger aufgebaut werden, der dann im September kommenden Jahres auf der IAA in Frankfurt seine Publikumspremiere feiern dürfte.

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