Ladeinfrastruktur E-Mobilität schafft Milliardenmarkt mit Wachstumssprüngen

Redakteur: Andreas Grimm

Nicht nur der Verkauf von E-Autos bringt Geld, sondern auch die damit verbundene Infrastruktur. Laut einer Prognose der Unternehmensberatung Arthur D. Little sind das bis 2030 rund 36 Milliarden Euro im Jahr.

Firma zum Thema

Der Run auf die Wallboxen ist groß – der Förderung sei Dank.
Der Run auf die Wallboxen ist groß – der Förderung sei Dank.
(Bild: Telekom)

Die Zahl der E-Autos wächst und wächst – bis 2030 auf rund 40 Millionen. So viele Fahrzeuge sollen dann in Europa unterwegs sein. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Analyse „Electric vehicle charging in Europe“ der Unternehmensberatung Arthur D. Little. Die Macher der Studie gehen davon aus, dass Covid-19 dabei einen relevanten Katalysator für die Absätze von E-Fahrzeugen darstellt: Ohne die Fördermaßnahmen wären bis zum Jahr 2030 lediglich 33 Millionen zugelassene E-Fahrzeuge zu erwarten gewesen. Den zusätzlichen Schub verleihen der Elektromobilität die pandemiebedingten Förderpakete verschiedener Regierungen.

Das Wachstum der Batteriefahrzeuge hat auch massive Auswirkungen auf die Lade-Infrastruktur. Denn wenn mehr E-Autos auf den Straßen unterwegs sind, müssen sie irgendwann auch an die Steckdose. Die daraus erzielten Einnahmen werden 2030 voraussichtlich rund 36 Milliarden Euro betragen – siebenmal mehr als 2021. Das entspricht einer Wachstumsrate von circa 25 Prozent im Jahr.

Im Jahr 2030 werden von diesem Umsatz allein rund 15,7 Milliarden Euro auf den Verkauf von Hardware und die Installation der Ladevorrichtungen entfallen. Neben diesen einmaligen Umsätzen werden zu diesem Zeitpunkt laut Analyse auch 20,3 Mrd. Euro an wiederkehrenden Einnahmen zu generieren sein, etwa für den Betrieb der Ladeinfrastruktur oder mit zunehmend wichtiger werdenden Energie-Services.

Laut der Studie ist durch die Investitionen in die Bereiche Hardware und Installation über Jahre hinweg mit exponentiell steigenden Umsätze zu rechnen. Zugleich warnt der Studienautor und Partner von Arthur D. Little, Alexander Krug, vor ungezügelter Goldgräberstimmung: „Nur jene Wettbewerber können auf Dauer bestehen, die frühzeitig Skaleneffekte für sich nutzen. Der große Konkurrenzkampf erfordert ein schnelles Handeln.“ Notwendig sei, sich entlang der Wertschöpfungskette Schlüsselrollen zu sichern. Sich nur auf einzelne Punkte zu fokussieren, hält er für wenig aussichtsreich.

(ID:47305408)