Cadillac Edelmarke entwickelt flächendeckende Präsenz

Von Andreas Grimm 3 min Lesedauer

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Cadillac feilt weiter am Neustart in Deutschland. Die ersten Meilensteine sind geschafft, Interessenten finden erste Anlaufstellen. Und nun gibt es zudem ein zweites Elektromodell zu kaufen. Eine Zwischenbilanz zu Markenaufbau und Händlernetz.

Cadillac betreibt in Frankfurt einen von drei Flagship-Stores in Deutschland.(Bild:  Cadillac/simonrainer.com)
Cadillac betreibt in Frankfurt einen von drei Flagship-Stores in Deutschland.
(Bild: Cadillac/simonrainer.com)

In Deutschland war Cadillac nie ganz fort, doch der Vertrieb der klassischen Modelle wie des Escalade lief nicht mehr über den Hersteller, sondern über – wie es von Cadillac heißt – „Distributionspartner, die mit ausgewählten Händlern zusammenarbeiten“. Doch seit dem Herbst 2024 arbeitet der US-Premiumhersteller an einem Neustart. Erste Markenstores sind entstanden und Händler als Vertriebspartner gewonnen. Der Hersteller selbst spricht von einem hybriden System aus Eigenvertrieb (online und stationär) und Agenturmodell.

Neun Monate nach dem offiziellen Neustart, den die Eröffnung des „City Experience Centers“ in Frankfurt markierte, ist den Angaben des Importeurs zufolge, einiges passiert. Cadillac verfüge über ein wachsendes Netz, heißt es auf Anfrage von »kfz-betrieb«. Im Einzelnen finden Interessenten die inzwischen zwei Modelle namens Lyriq und Vistiq in

  • 3 herstellereigenen „Cadillac City“-Standorten in Frankfurt, Hamburg und Berlin: Diese Flagship-Stores sind konzipiert als Erlebniszentren, in denen Kunden der Marke und ihren Fahrzeuge nahe kommen können.
  • 7 Händler-Verkaufsstandorten: Diese werden von ausgewählten Handelspartnern betrieben, die laut Cadillac „über umfassende Erfahrung im Premiumsegment verfügen und die Cadillac-Kunden individuell betreuen“. Denn die beiden Modelle sind nicht ganz billig. Der Lyriq startet bei 81.000 Euro, der Vistiq bei 99.640 Euro.
  • Dazu kommen 16 Cadillac EV Service-Standorte: Diese Anlaufstellen sind speziell auf die Wartung und Reparatur der Elektrofahrzeuge von Cadillac ausgerichtet und sollen den Service in allen technischen Problemen gewährleisten.
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Nach eigenen Angaben will Cadillac eine flächendeckende Präsenz in Deutschland schaffen. Dafür soll das Vertriebs- und Servicenetz kontinuierlich ausgebaut werden. Ziel der Netzentwicklung ist „ein ausgewogener Mix aus herstellereigenen und Händler-Standorten, um sowohl eine exklusive Markenerfahrung als auch eine umfassende Kundenbetreuung zu gewährleisten“

Neue Händlerverträge werden geschlossen

Das früher bestehende Vertriebsnetz des Premiumherstellers spielte beim Neustart grundsätzlich keine bevorrechtigte Rolle. „Alle Händlerverträge wurden neu vergeben.“ Gleiches gilt für den Service. Dieser explizite Neustart ist sinnig vor dem Hintergrund, dass Cadillac sich als reine Elektromarke positioniert. Die neuen Verträge erfordern insofern auch von den Partnern eine bewusste Entscheidung für den neu eingeschlagenen Weg. Und für den Importeur waren sie wichtig, „um sicherzustellen, dass sie den hohen Standards von Cadillac entsprechen und die Kundenerwartungen erfüllen“.

Denn gleichzeitig will das Fabrikat bewusst an seine Stellung als ikonische Luxusmarke anknüpfen, die eine inzwischen mehr als 120-jährige Geschichte hat. Die Markenstrategen sehen in dieser Tradition einen wichtigen Punkt für den Markenaufbau, speziell in Deutschland. Nach den ersten Monaten sei die Rückkehr von Cadillac nach Deutschland insgesamt positiv aufgenommen worden, heißt es aus der Pressestelle. Trotz oder gerade wegen der Neupositionierung als vollelektrische, innovative Marke.

In Kaufverträgen hat sich diese Entwicklung bisher allerdings nicht niedergeschlagen. Bislang weist die KBA-Statistik nur Verkäufe für den Escalade aus, also für Old Cadillac. Der Importeur verweist auf den Fokus der Kundenzufriedenheit, statt der Zulassungen um jeden Preis. In den Überlegungen stehe der langfristige Aufbau der Marke im Vordergrund. Konkrete Zahlen wollte das Unternehmen nicht nennen.

Ansprache einer designorientierten Zielgruppe

Cadillac will sich in Deutschland auf kaufkräftige, technologieaffine und designorientierte Kunden konzentrieren. Deshalb legen die Strategen auch großen Wert auf das exklusive Markenerlebnis. Um den Kundenstamm nach und nach aufzubauen, startet der Importeur spezifische Kampagnen in einzelnen Städten, in denen Cadillac-Standorte existieren. Gleichzeitig arbeite Cadillac an einem globalen Projekt zur Zielgruppenansprache. „Diese Studie, die bereits für den Heimatmarkt definiert ist, wird in den kommenden Monaten auf den europäischen Markt übertragen“, verrät Susann Beddies, Communications Manager von General Motors Germany.

Gestartet ist Cadillac im Herbst 2024 mit dem vollelektrischen SUV Lyriq, der die neue Design- und Technologierichtung der Marke erstmals zeigte. Am 28. Mai präsentierte der Importeur zudem den teureren Luxus-SUV Vistiq im Cadillac-Store in Stockholm. Der 7-Sitzer soll zahlungskräftige Familien und all diejenigen ansprechen, die Wert auf Komfort, Raumangebot und modernste Technologie legen. Als nächstes wird wohl der kleinere Optiq folgen, der in der zweiten Jahreshälfte in Deutschland eingeführt werden soll. Mindestens ein weiteres Modell soll danach noch kommen. „Bei der Einführung von Modellen berücksichtigen wir die spezifischen Anforderungen und Vorlieben des europäischen Marktes, einschließlich Design, Technologie und Leistung“, heißt es dazu vom Importeur.

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