Kritik am Verbrenner-Verbot Eigenes Auto muss bezahlbar bleiben

Von Nick Luhmann

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Wegen des Verbrenner-Verbots ab 2035 in der EU steigen einige Hersteller schon früher aus dem Verbrenner-Geschäft aus und setzen ausschließlich auf hochpreisige Elektrofahrzeuge. Autofahren könne sich zukünftig nicht mehr jeder leisten. Auch für das Klima sei die Entscheidung kontraproduktiv, kritisiert das bayerische Kfz-Gewerbe.

Ob sich zukünftig noch jeder ein eigenes Auto leisten kann, sieht das bayerische Kfz-Gewerbe kritisch. Wegen des Verbrenner-Verbots in der EU setzten Hersteller noch früher ausschließlich auf E-Mobilität und dabei auf hochpreisige Modelle.
Ob sich zukünftig noch jeder ein eigenes Auto leisten kann, sieht das bayerische Kfz-Gewerbe kritisch. Wegen des Verbrenner-Verbots in der EU setzten Hersteller noch früher ausschließlich auf E-Mobilität und dabei auf hochpreisige Modelle.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Das bayerische Kraftfahrzeuggewerbe kritisiert das jüngst von der EU bestätigte Verbrenner-Verbot. Mit dieser Entscheidung gefährde sie die individuelle Mobilität, die nicht nur klimaschonend, sondern auch für jedermann bezahlbar sein müsse. „Statt die Elektromobilität als eine tragende Säule unter mehreren Antriebsformen auszubauen, wird politisch eine einseitige Abhängigkeit zementiert. Dabei fehlt es an flächendeckender Infrastruktur, und die Strompreise erreichen hierzulande historische Rekordstände“, sagt Albert Vetterl, Präsident des bayerischen Kfz-Gewerbes.

Schon jetzt würden zudem viele Automobilhersteller Verbrenner-Fahrzeuge aus ihren Modellpaletten streichen. Dies betreffe vor allem auch Einstiegsmodelle. „Wenn günstige Einstiegsmodelle mit kleinen, aber hochmodernen Verbrennermotoren fehlen, weil sich die Hersteller auch aufgrund der Brüsseler Beschlüsse weiterhin voll auf höherpreisige Elektromodelle einstellen, dann ist das in vielerlei Hinsicht kontraproduktiv“, sagt Vetterl.

So habe der durchschnittliche Neuwagenpreis in weniger als fünf Jahren um fast 25 Prozent auf rund 38.000 Euro zugenommen. Die Auswirkungen der Hochinflation als Folge der aktuellen Energiekostenkrise dürften diese Entwicklung zudem weiter verschärfen. Vetterl: „Autofahrer, die sich keine modernen Verbrennerfahrzeuge mehr leisten können, fahren ihre alten Fahrzeuge weiter, so lange es geht.“

Diese Entwicklung trage nicht zum Klimaschutz bei und belaste zudem die mittelständisch geprägten Autohäuser. Denn Kunden würden Kaufentscheidungen nicht nur vertagen, sondern womöglich verwerfen. Die Mobilitätswende dürfe nicht auf dem Rücken des Mittelstands ausgetragen werden, und das eigene Auto müsse weiterhin bezahlbar bleiben, fordert das bayerische Kraftfahrzeuggewerbe und spricht damit die Politiker und die Hersteller an.

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