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Elaris bringt chinesische E-Autos für jedermann in den Vertrieb

| Autor: Andreas Grimm

Die wachsende Akzeptanz des Elektroantriebs öffnet neuen Anbietern die Türen. Jüngstes Beispiel ist Elaris. Geschäftsführer Andreas Matthis will noch in diesem Jahr chinesische E-Autos des Herstellers Dorcen auf den Markt bringen. Er sucht Vertriebspartner und geht dabei ungewohnte Wege.

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Das Start-up Elaris will mit zwei elektrisch angetriebenen Modellen aus chinesischer Produktion noch 2020 in Deutschland starten: einem City-Flitzer und einem SUV.
Das Start-up Elaris will mit zwei elektrisch angetriebenen Modellen aus chinesischer Produktion noch 2020 in Deutschland starten: einem City-Flitzer und einem SUV.
(Bild: Elaris)

Ein weiterer chinesischer Hersteller wird in Deutschland ab November angeboten: Dorcen. Zunächst zwei der bisher wenig schlagzeilenträchtigen Produkte des fernöstlichen Unternehmens wollen Andreas Matthis und Lars Stevenson in Deutschland unter dem Label „Elaris“ ihrer gleichnamigen Firma mit einem einfach gehaltenen Distributionsmodell in den Markt bringen.

Statt ein klassisches Händlernetz aufzubauen, zeigt sich der Importeur für verschiedene Vertriebspartnerschaften offen. Nicht zuletzt sind aber freie Händler und Servicebetriebe eine willkommene Zielgruppe für eine Partnerschaft. „Wir verschließen uns auch nicht davor, dass Markenhändler als Add-on unsere Produkte in ihr Portfolio aufnehmen“, ergänzt Matthis im Gespräch mit »kfz-betrieb«.

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Im Zentrum ihres Geschäftsmodells stehen für die Elaris-Gründer dabei ihre automobilen Produkte, zunächst zwei Elektrofahrzeuge (Zwei- und Fünfsitzer). „Wir wollen mit den umfassend ausgestatteten Autos überzeugen“, sagte Matthis. Bauliche Anforderungen oder CI-Vorgaben wollen sie ihren künftigen Partnern deshalb nicht vorschreiben. Wer sich für Elaris entscheide, könne quasi vom Fleck weg starten.

Damit die Modelle im Kundenkontakt aber ihre Wirkung entfalten können, sind Vorführfahrzeuge notwendig. Nicht zuletzt weil „Probefahrten auch heute noch ein relevantes Verkaufsargument“ sind. Für Werkstätten können sich dabei Synergien ergeben, wenn sie die Modelle als Werkstattersatzwagen einsetzen. Sind es zudem ehemalige Vertragshändler, können sie vielleicht sogar noch ihren alten Showroom nutzen.

Start mit zwei Modellen

Andreas Matthis selbst kennt die Automobilbranche gut, er hat viele Jahre für und mit den Marken Audi und Porsche gearbeitet. Sein Partner Lars Stevenson ist dagegen viel in Asien unterwegs, hat dort den Kontakt zum Hersteller Dorcen aufgebaut. Der ist bislang nicht in Europa aktiv, jedoch in Südamerika und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Stevenson beschreibt Dorcen als mittelständisches, nicht-staatliches Unternehmen, das seit 1969 besteht und sich Hochleistungsbatterien und inzwischen auch dem Automobilbau verschrieben hat. In beiden Feldern werde moderne westliche Technik eingesetzt, so Stevenson. 2019 habe Dorcen 816.000 Fahrzeuge produziert, darunter gut 90.000 E-Modelle.

  • Zwei dieser Elektromodelle sollen nun in Deutschland an den Start gehen:
  • Ein fünfsitziges Elektro-SUV mit 85 kW Leistung, einer Reichweite gemäß WLTP von 350 Kilometern und einer 4-Sterne-NCAP-Wertung zum Endkundenpreis von 27.990 Euro (nach Abzug der E-Förderung).
  • Ein Kleinwagen für die Stadt – ein Zweisitzer mit 35 kW Leistung und 235 Kilometern Reichweite, der zum Listenpreis von 12.990 Euro (nach Abzug der E-Förderung) in den Verlauf kommen soll.

Beide Modelle sind nur in einer Ausstattung erhältlich, einzig die Farben sind wählbar. Geplanter Verkaufsstart ist im November 2020.

Weitere Modelle sollen nach dem Marktstart sukzessive folgen.

Angesichts der wachsenden Offenheit der Verbraucher für Mobilität aller Art sieht Matthis die Zeit reif für neue Produkte, die ihre Kernaufgabe erfüllen, nämlich Mobilität zu liefern. Das tun die Dorcen-Modelle laut Stevenson sehr überzeugend, da sie umfänglich ausgestattet seien mit den Funktionen, die ein durchschnittlicher Autofahrer wünsche und nutze. Darunter sind Klimaautomatik und Navigationsgerät, Lederausstattung und LED-Beleuchtung, Tempomat und Keyless-Go.

Um Kaufinteressenten von Anfang an Sicherheit hinsichtlich technischer Probleme zu geben, hat Elaris die Service-Kette Euromaster als Partner gewonnen. Die Kooperation soll von Beginn an sicherstellen, dass im Falle eines technischen Problems Hilfe schnell erreichbar ist. Euromaster verfügt über 2.300 Partner in 17 Ländern. Dazu kommen alle künftigen Handels- und Servicepartner. Das Wartungsintervall liegt bei 100.000 Kilometern, auf das Auto selbst gibt Elaris eine Garantie von zwei Jahren, acht Jahre sind es für die Batterie. Zudem ist Elaris derzeit mit dem Aufbau einer Ersatzteilversorgung beschäftigt und in Gesprächen für einen Finanzierungspartner.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«