Elektroautos sind die unbeliebteste Alternative zu Verbrennern

Autor: Christoph Seyerlein

Müssten Kunden von heute auf morgen von einem Verbrenner auf ein Auto mit elektrifiziertem Antrieb umsteigen, würde nur eine Minderheit ein reines Elektroauto wählen. Trotz aller Beteuerungen der Industrie sehen Verbraucher immer noch viele Nachteile bei reinen Stromern.

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Viele Verbraucher haben bei Elektroautos nach wie vor Reichweitenangst.
Viele Verbraucher haben bei Elektroautos nach wie vor Reichweitenangst.
(Bild: Daimler)

Wozu würden Kunden greifen, wenn sie beim nächsten Autokauf keinen Verbrenner mehr wählen könnten? Unter anderem um diese Frage drehte sich das jüngste Dieselbarometer der Deutschen Automobil-Treuhand (DAT). Klar die wenigsten Stimmen der 1.015 online befragten Endverbraucher erhielten dabei reine Elektroautos. Nur 14 Prozent gaben an, in ihnen die für sich beste Alternative zu sehen.

Das beste Ergebnis strichen Vollhybride mit 37 Prozent ein, gefolgt von Plug-in-Hybriden (29 %) und E-Autos mit Range Extender (20 %). Doch warum mögen Verbraucher keine Elektroautos? Obwohl immer mehr Hersteller betonen, die vielzitierten Schwierigkeiten der reinen Stromer mittlerweile in den Griff bekommen zu haben, zeigt die jüngste DAT-Befragung, dass die Kunden der Industrie das noch nicht so recht abnehmen.

Von den Befragten nannten 69 Prozent die begrenzte Reichweite als maßgeblichen Grund, der gegen den Kauf eines E-Autos spreche. Eine große Rolle spielen weiter für viele die hohen Anschaffungskosten (62 Prozent). Die unausgereifte Infrastruktur im öffentlichen Raum störte 42 Prozent. Weniger relevant waren für die Umfrageteilnehmer die Punkte lange Ladezeiten (30 %), keine Lademöglichkeit zu Hause (26 %) und Unsicherheiten rund um die Batterie wie Lebensdauer oder Brandgefahr (17 %).

Auch die Annahme, dass Elektroautos pauschal umweltschonender sind als Verbrenner, würde eine Vielzahl der Befragten nicht unterschreiben. Zwar bejahten 45 Prozent diese These, 38 Prozent halten diese Aussage allerdings für falsch. 17 Prozent zeigten sich zudem in dieser Frage unentschlossen.

Handel wegen Dieselkrise weiter unter Druck

Neben den Fragen zu möglichen Alternativen beschäftigte sich die DAT in ihrem Dieselbarometer auch wie gehabt mit der Lage auf dem Gebrauchtwagenmarkt. Und die ist für den Handel weiter unerfreulich, gerade was den Diesel betrifft. Die durchschnittliche Standzeit eines gebrauchten Dieselautos kletterte im September im Vergleich zum August um 2 Tage auf 105. Das war der drittschlechteste Wert im Gesamtjahr 2018. Und auch bei den Benzinern ging es um zwei Tage auf 82 nach oben. Im Jahresvergleich kletterte die Zahl der Standtage sogar um 9 bzw. 5 Tage.

In Sachen Restwertentwicklung gibt es ebenfalls keine Verbesserungen zu vermelden. Ein drei Jahre alter Diesel mit einer Jahreslaufleistung von 15.000 bis 20.000 Kilometern war laut DAT im September durchschnittlich noch 52,4 Prozent von seinem Neupreis wert. Seit Einführung des Dieselbarometers ist das der schlechteste jemals ermittelte Wert. Die Benziner lagen bei 57,3 Prozent und damit auf demselben Niveau wie im August. Die DAT weist darauf hin, dass jene Werte regional je nach Fabrikat stark abweichen können.

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Über den Autor

 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«