Emil Frey übernimmt Mercedes-Niederlassung Kassel

Autor: Christoph Baeuchle

Daimler hat einen Käufer für die Niederlassung Kassel gefunden: Die Emil-Frey-Gruppe will die drei Standorte kaufen. Damit vertreibt Deutschlands größte Autohaus-Gruppe auch Mercedes-Benz.

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(Foto: Daimler)

Der Stuttgarter Autobauer Daimler trennt sich von einer weiteren Niederlassung: Die Emil-Frey-Gruppe will den Standort Kassel übernehmen. Dazu hat die größte Autohandelsgruppe Deutschlands einen Antrag beim Bundeskartellamt gestellt. Eine Ablehnung des Antrags ist wenig wahrscheinlich. Schließlich ist die Autohaus-Gruppe in der Mitte Deutschland bislang kaum vertreten und hat Mercedes-Benz nicht im Portfolio.

Der Mercedes-Benz-Vertrieb Deutschland bestätigte auf Anfrage von »kfz-betrieb« die Vertragsunterzeichnung. Bis zum so genannten Closing rechnet die Daimler-Tochter noch mit mehreren Monaten. Die Emil-Frey-Gruppe wollte sich zur Übernahme nicht äußern.

Der Vertrag sieht vor, dass Emil Frey drei Standorte übernimmt: zwei Betriebe in Kassel und einen Göttingen. Im vergangenen Jahr verkaufte Daimler in der Niederlassung Kassel/Göttingen rund 4.230 Fahrzeuge. Derzeit sind in den drei Standorten 285 Mitarbeiter beschäftigt. Die gesamte Belegschaft wird mit übernommen.

Ausgenommen vom Vertrag ist die Nutzfahrzeugsparte: Das Mercedes-Benz Nutzfahrzeugzentrum Kassel-Lohfelden bleibt im Besitz von Daimler.

Damit wird die Emil-Frey-Gruppe erstmals auch Mercedes-Benz in ihr Portfolio aufnehmen. In den 60 Standorten in 51 Städten vertreibt die Autohaus-Gruppe bereits Premiummarken wie BMW, Lexus, Aston Martin, Bentley, Jaguar, Land Rover und Maserati. Mit Mercedes wird das Autohaus mehr als 20 Marken im Angebot haben.

Im vergangenen Jahr konnte die Handelsgruppe kräftig wachsen: Insgesamt verkaufte sie mehr als 109.000 Neu- und Gebrauchtwagen, was einem Plus von mehr als 20 Prozent entspricht. Das Unternehmen erzielte einen Gesamtumsatz von 2,36 Milliarden Euro.

Daimler strukturiert derzeit sein Niederlassungsnetz neu und trennt sich in diesem Zuge von zahlreichen Standorten. Durch die Neuausrichtung des Mercedes-Benz-Vertriebs erhalten 63 der 158 konzerneigenen Betriebe einen neuen Besitzer.

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Chefreporter Automobilwirtschaft & Politik/Verbände