Tankrabatt Energiesteuersenkung wird zum teuren Flopp

Quelle: dpa

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Trotz der Steuersenkung stieg am Samstagvormittag erneut der Preis für Super E10. Laut dem ADAC kommt von der Entlastung „deutlich zu wenig beim Verbraucher an“.

Der Super E10 hat am Samstag um 9.50 Uhr im bundesweiten Durchschnitt 1,960 Euro pro Liter gekostet.(Bild:  gemeinfrei /  Pixabay)
Der Super E10 hat am Samstag um 9.50 Uhr im bundesweiten Durchschnitt 1,960 Euro pro Liter gekostet.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Bei den Spritpreisen ist auch nach dem langen Pfingstwochenende keine Entspannung in Sicht. Am Dienstagvormittag zeigte die Tendenz – wie schon an den Tagen zuvor – leicht nach oben, wie der ADAC auf Anfrage mitteilte. „Die Energiesteuersenkung erreicht den Verbraucher nicht so, wie sie sollte. Die Preise sind nach wie vor stark überhöht“, sagte Kraftstoffmarkt-Experte Christian Laberer.

Auch am Pfingstwochenende hatten die Spritpreise weiter zugelegt. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Montags kostete Superbenzin der Sorte E10 laut ADAC 1,942 Euro pro Liter. Das waren 2,1 Cent mehr als am Freitag. Ein Liter Diesel kostete 1,976 Euro – 0,7 Cent mehr als noch am Freitag.

Im Vergleich zu den Spritpreisen am Dienstag, 31. Mai – dem Tag vor der Steuersenkung – war E10 am Montag damit um 20,9 Cent pro Liter billiger. Der Steuerrabatt beträgt allerdings 35,2 Cent. Diesel war um 6,8 Cent billiger, der Steuerrabatt beträgt hier 16,7 Cent.

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, sprach sich am Wochenende für ein Ende der seit Mittwoch für drei Monate bis Ende August geltenden Steuerentlastung aus. Viele hätten prognostiziert, dass die Spritpreisbremse kontraproduktiv sei und vor allem in den Taschen der Mineralölkonzerne landen würde, schrieb der Ökonom am Samstag auf Twitter: „Wie wäre es, wenn die Politik ihren Fehler eingesteht und die Spritpreisbremse sofort stoppt?“

Kraftstoff zum Abend hin meist billiger

„Stand jetzt erfüllt die Energiesteuersenkung nicht ihren Zweck“, kritisierte auch der ADAC-Kraftstoffmarkt-Experte Christian Laberer und forderte: «“Das Kartellamt muss als neutrale Stelle feststellen, dass der Rabatt nicht ankommt, und die Politik sollte handeln. Denn im Moment fördert der Steuerzahler die Gewinne der Mineralölindustrie, die die Krisensituation offenbar auf Kosten der Verbraucher zur Gewinnmaximierung nutzt.“

Das Kartellamt hat die Erwartungen allerdings bereits ein Stück weit gedämpft. Bislang gebe es keine Hinweise auf kartellrechtswidriges Verhalten. „Im Kraftstoffmarkt funktioniert der Wettbewerb nur eingeschränkt. Deshalb beobachten wir die Branche auch so genau“, hieß es von den Marktüberwachern.Schon am Donnerstag und Freitag waren die Preise gestiegen.

Im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Freitags hatte E10 1,921 Euro pro Liter gekostet, Diesel 1,969 Euro. Damit war E10 um 26,1 Cent billiger als am Tag vor der Steuersenkung, Diesel um 7,5 Cent. Beides bleibt deutlich hinter der Höhe der Steuersenkung zurück, die bei E10 eine Entlastung von 35,2 Cent pro Liter bewirkt, bei Diesel von 16,7 Cent.

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