Wiederaufarbeitung Erneuerter Antrieb für den Renault Zoe

Von Dipl.-Ing. (FH) Jan Rosenow 3 min Lesedauer

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SEG Automotive und Fersa bringen einen wiederaufgearbeiteten Motor für den Renault-Kleinwagen auf den Markt. Auch Valeo kümmert sich um zeitwertgerechte Ersatzteile für den Zoe.

Elektromotoren verschleißen zwar kaum, aber auch bei ihnen kann es Lagerschäden geben. SEG Automotive verwendet bei der Wiederaufarbeitung Lager von Fersa.(Bild:  Fersa)
Elektromotoren verschleißen zwar kaum, aber auch bei ihnen kann es Lagerschäden geben. SEG Automotive verwendet bei der Wiederaufarbeitung Lager von Fersa.
(Bild: Fersa)

Auf der Messe Rematec, die vom 8. bis 10. April in Amsterdam stattfindet, präsentieren zahlreiche Unternehmen ihre neuesten Entwicklungen in Sachen Wiederaufarbeitung und Kreislaufwirtschaft. Darunter sind auch Ersatzteile für Elektrofahrzeuge – ein wichtiges Thema für den Aftermarket, lassen sich doch Komponenten wie Antriebsmotoren oder Bestandteile der Leistungselektronik kaum unter Werkstattbedingungen reparieren, sondern oft nur gegen teure Neuteile austauschen. Deshalb rückt zunehmend die Wiederaufarbeitung unter industriellen Bedingungen ins Blickfeld, um überhaupt kostengünstige Reparaturmöglichkeiten für ältere Elektroautos anbieten zu können.

Ihre Premiere auf der Rematec feiert beispielsweise eine neue „Redrive“-Antriebseinheit von Fersa Automotive, einem spanischen Wälzlagerhersteller, und SEG Automotive, einem Anbieter elektrischer Maschinen mit Schwerpunkt auf Startermotoren und Generatoren. Sie erweitern ihr „Redrive“-Programm mit der Einführung einer wiederaufgearbeiteten Antriebseinheit für den Renault Zoe – eines der meistverbreiteten batterieelektrischen Fahrzeuge (BEVs) in Europa. Das erste Produkt in dieser Linie war der Motor für den Tesla Model S im vergangenen Jahr.

Der Renault Zoe wurde 2012 eingeführt und war das erste BEV-Volumenmodell eines europäischen Herstellers. Die Herstellergarantie für die älteren Fahrzeuge ist längst abgelaufen, und somit steigt das Interesse der Fahrzeugbesitzer an zeitwertgerechten Reparaturmöglichkeiten. Eine der am stärksten belasteten und technisch anspruchsvollsten Komponenten – die elektrische Antriebseinheit – ist bislang aber nur über OEM-Kanäle zu ersetzen.

Fersa und SEG Automotive bieten dem Aftermarket nun eine günstigere Alternative. Die Antriebseinheit wird in SEGs Originalteile-Werk in Treto, Spanien, wiederaufgearbeitet. Dabei kommen Wälzlager von Fersa zum Einsatz. Die „Redrive“-Antriebseinheit für den Renault Zoe soll laut Unternehmensangaben 30 Prozent günstiger sein als das Neuteil. Sie deckt die Seriennummer 290103231R ab und soll Ende des zweiten Quartals 2025 verfügbar sein. Unter dem Namen „Redrive“ wollen die Partner künftig noch weitere wiederaufgearbeitete Antriebseinheiten auf den Markt bringen.

Valeo kooperiert mit Renault

Auch bei dem französischen Zulieferer Valeo steht auf der Rematec der Elektro-Kleinwagen von Renault im Fokus. Das Unternehmen hat sich nach eigenen Angaben „der Wiederaufarbeitung verschrieben“ und will die Produktion der entsprechenden Produkte bis 2030 auf zwei Millionen Stück verdoppeln. Gleichzeitig soll das Angebot um elektrische und elektronische Komponenten erweitert werden.

Valeo kooperiert mit „The Remakers“, der Renault-eigenen Remanufacturing-Sparte, bei der Produktion eines wiederaufgearbeiteten Wechselrichters für den Zoe. Der Standort Veszprem in Ungarn ist der auf Wechselrichter spezialisierte Produktionsstandort von Valeo. Nach der Überholung wird der Wechselrichter in der Werkstatt von The Remakers in Flins (Frankreich) in das Leistungssteuerungsmodul integriert. Auch der Elektromotor wird laut Valeo überholt.

Die Produkte sollen ab der zweiten Jahreshälfte 2025 im Renault-Netz verfügbar sein. Sie sparen laut Valeo 80 Prozent Ressourcen und reduzieren die CO2-Emissionen um 50 Prozent im Vergleich zur Herstellung des gleichen neuen Bauteils.

ZF betreibt die Wiederaufarbeitung von Fahrzeugkomponenten zwar schon seit Jahrzehnten, aber auch bei dem deutschen Zulieferer rückt sie zunehmend in den Rang eines strategisch wichtigen Geschäftsfelds auf. Zur Automechanika 2024 hatte ZF Aftermarket dafür die Marke ZF Reman eingeführt und präsentiert sich damit auch auf der Rematec in Amsterdam.

Mit seinem Konzept „Maintain – Repair – Replace“ adressiert ZF den gesamten Lebenszyklus elektrifizierter Antriebe. Mit einem erweiterten Angebot an Ölen für Hybridgetriebe unter der Marke ZF Lifeguard E-Fluid inklusive passender Ölwechselkits lassen sich mittlerweile über 60 Prozent der elektrifizierten Fahrzeuge in Europa fachgerecht warten. Für Reparaturen bietet ZF Aftermarket Reparaturkits für Hybrid- und Elektrofahrzeuge an. Und im Bereich Ersatzteile will ZF seine Remanufacturing-Kompetenz zum Tragen bringen und ebenfalls wiederaufgearbeitete Hochvoltkomponenten anbieten.

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