Ersatzteile: Sicherheit durch Kennzeichnung

Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Jan Rosenow

Spezielle Kennzeichnungen und Erkennungssoftware trennen Ersatzteile von Qualitätslieferanten von Billigkopien und Nachbauten, informiert die Initiative „Qualität ist Mehrwert“.

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Der Mapp-Code – hier bei Schaeffler – kennzeichnet Qualitätsteile.
Der Mapp-Code – hier bei Schaeffler – kennzeichnet Qualitätsteile.
(Bild: Schaeffler)

Der Kunde kauft Ersatzteile im Netz und bringt sie mit zum Werkstatttermin – damit werden Kfz-Betriebe immer häufiger konfrontiert. Abgesehen vom fehlenden Teileumsatz haben Werkstätten damit ein weiteres Problem: Oft können sie nicht erkennen, ob das Teil aus einer vertrauenswürdigen Quelle stammt. Denn die Zeiten, in denen Nachbauten in minderer Qualität auf den ersten Blick erkennbar waren, sind vorbei. Nicht selten sind Fälschungen so geschickt und Mängel so gut versteckt, dass sie auch der Fachmann mit bloßem Auge nicht erkennen kann.

Schon seit Jahren arbeiten die großen Teilehersteller daran, ihre Produkte durch unverwechselbare Kennzeichnungen erkennbar zu machen, informiert die Initiative „Qualität ist Mehrwert“, ein Zusammenschluss wichtiger OE-Lieferanten.

Fast alle Teilelieferaten nutzen den Mapp-Code

Um Autofahrern wie Werkstätten Sicherheit zu bieten, hat der europäische Dachverband der Automobilzulieferindustrie (Clepa) in Zusammenarbeit mit dem Datenlieferanten Teccom vor einigen Jahren mit Tec-Identify die erste IT-basierte Produktkennzeichnung für die Autoersatzteil-Branche entwickelt. Der sogenannte MAPP-Code (Manufacturers against Product Piracy) enthält eine originäre, weltweit einmalige Identifikationsnummer, die Verpackungen oder die Teile selbst kennzeichnet. Über eine kostenlose App kann der MAPP-Code mit dem Smartphone gescannt und das betreffende Produkt auf seine Echtheit geprüft werden. Nahezu alle Hersteller greifen auf diese Methode zurück und bieten auf ihren Webseiten entsprechende Funktionen zur Identifikation an.

Manche Hersteller möchten sich auf den MAPP-Code allein nicht verlassen und versehen ihre Produkte mit zusätzlichen Sicherheitsmerkmalen. Das gilt etwa für Bosch und Mahle, die spezielle Etiketten in Verbindung mit dem MAPP-Code verwenden. Bei Mahle besteht der Code aus zwei Zeilen: einer Kennnummer des Herstellers sowie einem für jedes Teil neu erzeugten, damit nicht fälschbaren Zufallscode. Auch ohne Internetverbindung kann man die Echtheit der Mahle-Produkte jederzeit sicherstellen: Möglich macht dies das Siegel „Veomark“, das mit den Daten des MAPP-Codes verknüpft ist und im Unterschied zu Hologrammen nicht reproduziert werden kann.

Mit sechs Merkmalen so sicher wie möglich

Nichts dem Zufall überlässt auch MS Motorservice Deutschland: Das Verpackungssystem gilt laut „Qualität ist Mehrwert“ als das derzeit fälschungssicherste. Der Hersteller definiert insgesamt sechs Merkmale, anhand derer sich das Original von einer Kopie unterscheiden lässt: Farbe und Bedruckung der Verpackung, Versiegelung, Microcode, ein vierstelliger Holospot mit 2-D-Data-Matrix-Code und der komplette 2-DData-Matrix-Code, der online überprüft werden kann.

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