PSA und FCA werden zu Stellantis EU gibt grünes Licht für die Mega-Fusion

Autor / Redakteur: dpa / Christoph Seyerlein

Fast genau vor einem Jahr hatten PSA und FCA ihre Absicht erklärt, fusionieren zu wollen. Nun machten die EU-Wettbewerbshüter den Weg dafür endgültig frei. Geknüpft ist das allerdings im Wesentlichen an zwei Zusagen der Hersteller, die das Werkstattgeschäft betreffen.

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Den Fusionsvertrag hatten PSA-Chef Carlos Tavares (li.) und sein FCA-Pendant Michael Manley fast genau vor einem Jahr unterzeichnet.
Den Fusionsvertrag hatten PSA-Chef Carlos Tavares (li.) und sein FCA-Pendant Michael Manley fast genau vor einem Jahr unterzeichnet.
(Bild: Fiat Chrysler)

Die Wettbewerbshüter der EU haben die geplante Megafusion zwischen dem Opel-Mutterkonzern PSA und Fiat Chrysler (FCA) genehmigt. Die Zustimmung ist aber an die Bedingung geknüpft, dass die Unternehmen Verpflichtungszusagen vollständig umsetzen, wie die EU-Kommission am Montag mitteilte. Die Übernahme werde zum viertgrößten Autokonzern der Welt führen.

„Wir können den Zusammenschluss von Fiat Chrysler und Peugeot SA genehmigen, da ihre Verpflichtungen den Eintritt und die Expansion neuer Anbieter auf dem Markt für leichte Nutzfahrzeuge erleichtern werden“, sagte die zuständige Vizepräsidentin der EU-Kommission Margrethe Vestager. „Auf den anderen Märkten, auf denen die beiden Automobilhersteller derzeit tätig sind, wird der Wettbewerb auch nach dem Zusammenschluss nicht an Dynamik einbüßen.“

FCA und die PSA-Gruppe begrüßten die Freigabe, teilten die Unternehmen mit. Am 4. Januar des kommenden Jahres würden sich die Aktionäre beider Firmen separat treffen und seien dazu eingeladen, dem Vorgang zuzustimmen. Der Abschluss der Fusion werde für das Ende des ersten Quartals 2021 erwartet, hieß es weiter.

Beschluss zur Fusion fast genau vor einem Jahr

PSA mit den Marken Opel, Peugeot, DS und Citroën und FCA hatten ihre Fusionspläne im Dezember 2019 beschlossen. Sie sollen nach früheren Angaben bis spätestens Ende März kommenden Jahres umgesetzt sein.

Fiat Chrysler und PSA setzten vor der Corona-Krise zusammen rund 8,7 Millionen Fahrzeuge pro Jahr ab und hatten einen Umsatz von 170 Milliarden Euro. Nur noch Volkswagen, Toyota und der französisch-japanische Renault-Nissan-Verbund waren 2019 größer.

Der künftige Konzern soll vom lateinischen Wort für Stern („Stella“) abgeleitet „Stellantis“ heißen. Die einzelnen Markennamen wie Opel, Peugeot, Citroën, Chrysler, Jeep, Alfa Romeo, Lancia, Abarth oder Dodge sollen aber weiter Bestand haben.

Die EU-Wettbewerbshüter hatten Mitte Juli eine vertiefte Prüfung der Fusion eingeleitet, weil sie befürchteten, dass der geplante Zusammenschluss den Wettbewerb auf dem Markt für leichte Nutzfahrzeuge mit einem Gesamtgewicht bis 3,5 Tonnen einschränken könnte. In vielen Ländern sei entweder PSA oder FCA Marktführer bei leichten Nutzfahrzeugen, und durch den Zusammenschluss würde dort jeweils einer der wichtigsten Wettbewerber wegfallen, hieß es zur Begründung.

Hersteller müssen Zusagen im Werkstattgeschäft machen

Nun müssen die Unternehmen im Wesentlichen zwei Zusagen einhalten. Zum einen soll eine bereits bestehende Kooperation zwischen PSA und Toyota erweitert werden, wonach PSA für Toyota leichte Nutzfahrzeuge für den Verkauf in der EU fertigt.

Zum anderen sollen die Reparatur- und Wartungsverträge von PSA und FCA mit ihren Werkstätten geändert werden. So soll etwa nicht mehr vorgeschrieben werden, dass es für FCA-/PSA-Nutzfahrzeuge reservierte Empfangs- oder Wartebereiche gibt. Auch die Verwendung von Werkzeug der beiden Hersteller für die Reparatur leichter Nutzfahrzeuge anderer Marken soll erlaubt werden.

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