Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg Experten erwarten moderate Branchen-Transformation

Von Holger Zietz 3 min Lesedauer

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Kfz-Betriebe müssen keine Angst vor den Veränderungen haben so das Fazit der Delegiertenversammlung des Kfz-Gewerbes Baden-Württemberg. Vorausgesetzt, sie nutzen die nächsten Jahre, um sich auf die bevorstehende Transformation vorzubereiten.

Diskutierten gemeinsam über die Ergebnisse der Studie: (v. l.) Prof. Dr. Benedikt Maier (IfA), Dr. Florian Herrmann (Fraunhofer IAO), Präsident Michael Ziegler und Hauptgeschäftsführer Carsten Beuß vom Landesverband Baden-Württemberg.(Bild:  Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg)
Diskutierten gemeinsam über die Ergebnisse der Studie: (v. l.) Prof. Dr. Benedikt Maier (IfA), Dr. Florian Herrmann (Fraunhofer IAO), Präsident Michael Ziegler und Hauptgeschäftsführer Carsten Beuß vom Landesverband Baden-Württemberg.
(Bild: Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg)

Welche Veränderungen kommen auf die Kfz-Branche zu? Mit dieser Frage beschäftigte sich die Delegiertenversammlung des Landesverbands Baden-Württemberg in Stuttgart. Im Mittelpunkt des Treffens der Obermeister und Geschäftsführer der Innungen mit Vertretern des Landesverbands stand die Studie zu den Auswirkungen der Transformation im Kfz-Gewerbe.

Die Autoren Dr. Florian Herrmann vom Fraunhofer IAO und Prof. Dr. Benedikt Maier vom IfA stellten die Studienergebnisse und die sich daraus ergebenden Handlungsempfehlungen vor. Die Veränderungen für das Kfz-Gewerbe werden demnach in den nächsten zehn Jahren eher moderat sein, sind sie sich sicher.

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Stetiger Rückgang der Beschäftigten seit 2001

Auch der prognostizierte Rückgang bei den Beschäftigungszahlen sollte die Branche nicht zu sehr aufschrecken, denn der sei nicht ungewöhnlich. Von den 536.000 im Jahr 2001 Beschäftigten in Werkstatt und Handel waren im Jahr 2021 nur noch 435.000 übrig, „eine Entwicklung, die wir kennen“, so Maier.

Weil rund 20 Prozent der bundesweit Beschäftigten im Kfz-Gewerbe in den Betrieben in Baden-Württemberg arbeiten, blickt man im Ländle aber dennoch besonders auf die Zahlen der Studie, die eine Rückgang der Beschäftigtenzahlen zwischen 14 und 47 Prozent prognostizieren.

Agenturmodelle sind nicht zwangsläufig nachteilig

Michael Ziegler, Präsident des Landesverbands, betonte, der Transformationsprozess sei ein Marathon, und es gelte, sich darauf einzustellen und nach neuen Geschäftsmodellen zu suchen. Die Agenturbestrebungen der Hersteller betrachtet Ziegler zunächst eher neutral: „Es kommt darauf an, was man daraus macht!“, betonte er.

Aus Zieglers Sicht ist heute kein Hersteller so aufgestellt, das Geschäft direkt zu machen. Sollten die Konzerne ihre Strukturen umbauen, würden sie schnell merken, dass es für sie zu teuer sei, so Ziegler.

Auch die Tätigkeiten der Beschäftigten werden sich deutlich ändern, so die Prognose der Studie. Die Anforderungen würden steigen und erforderten daher auch eine bessere Bezahlung. Einfache Tätigkeiten würden dagegen immer weiter abgebaut, zeigten sich die Studienautoren sicher.

Weitere Themen waren neue Geschäftsmodelle vor dem Hintergrund des Hochlaufs der Elektromobilität. Welche Möglichkeiten sich dabei ergeben, müsse im Prinzip jedes Unternehmen für sich entscheiden, so die Empfehlung der Referenten.

Onlinezulassung kommt, aber noch nicht für alle Händler

Daniel Rösch, Referent beim Landesverband, widmete sich zudem der Digitalisierung und stellte die bereits bestehenden Angebote vor. Präsident Ziegler informierte vor diesem Hintergrund über die Onlinezulassung von Fahrzeugen durch Autohändler, die ab dem 1. September 2023 möglich ist. Über eine Schnittstelle beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) können sich Betriebe dafür registrieren. „Der Anmeldeprozess ist durchaus aufwendig“, so Ziegler.

Ein Hemmnis sei die geforderte Mindestanzahl von 500 Fahrzeugzulassungen im Jahr. Der Verband arbeite an Lösungen für kleinere Händler und an einer ähnlichen Lösung für das „Rote Kennzeichen“, um den Verwaltungsaufwand für die Betriebe zu verringern.

Ein Beispiel aus der Praxis, nämlich einen Einblick, wie das Autohaus Schmauder & Rau seine Mitarbeitenden in der Transformation mitnimmt und was das für die Qualifizierung im betrieblichen Alltag bedeutet, gab Bettina Schmauder den Teilnehmern der Versammlung.

Nach dem Bericht über die Geschäftsführung des Landesverbands durch Hauptgeschäftsführer Carsten Beuß stellte Christian Stettner von der Nürnberger Versicherung die neue Garanta Spezial Schutz Police als Exklusivprodukt für Innungsmitglieder vor.

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