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FCA fährt europäische Produktion herunter

| Autor / Redakteur: dpa / Christoph Seyerlein

Fiat Chrysler schließt wegen des Ausbruchs des Coronavirus vorübergehend die meisten Werke in Europa. Ebenfalls betroffen ist die Maserati-Produktion. Auch Ferrari pausiert erst mal.

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Compass-Produktion in Melfi
Compass-Produktion in Melfi
(Bild: FCA)

Fiat Chrysler Automobiles (FCA) schließt wegen des Ausbruchs des Coronavirus vorübergehend die meisten Werke in Europa. Davon ist auch die Maserati-Produktion betroffen. In Italien gelte der Beschluss zunächst bis Ende März für sechs Produktionsstätten (Melfi, G. Vico/Pomigliano, Cassino, Carrozzerie Mirafiori, Grugliasco und Modena), in Serbien (Kragujevac) und Polen (Tychy) für jeweils eine, teilte der Autobauer am Montag mit. Damit reagiere die Firma auf die sinkende Nachfrage.

FCA habe auch Vorsichtsmaßnahmen ergriffen, um die Verbreitung der Lungenkrankheit Covid-19 einzudämmen. So seien unter anderem Abstände zwischen Arbeitsplätzen vergrößert und Desinfektionsmittel bereitgestellt worden.

Zuvor hatte Ferrari bekannt gegeben, wegen des Coronavirus-Ausbruchs für zwei Wochen seine beiden Werke zu schließen. Das Unternehmen hatte ursprünglich versucht, die Fabriken am Laufen zu halten, doch nun ließen „die ersten ernsthaften Probleme in der Lieferkette“ eine weitere Produktion nicht mehr zu, teilte Ferrari in einer Erklärung am Samstag mit.

Die Werke in Maranello und Modena würden daher bis zum 27. März geschlossen bleiben. Auch die für die Formel-1 zuständige Scuderia Ferrari habe den Betrieb eingestellt. Die Entscheidung wurde „aus Respekt“ und für den „Seelenfrieden“ der Arbeiter und Zulieferer von Ferrari getroffen, sagte der Vorstandsvorsitzende Louis Camilleri.

Italiens Regierung hatte Ende letzter Woche eine Vereinbarung mit Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden getroffen, wonach Fabriken auch während des anhaltenden Coronavirus-Ausbruchs in Betrieb bleiben dürfen. Die Absprache diene dem „Wohle des Landes, dem Schutze der Gesundheit der Arbeitnehmer“, twitterte Ministerpräsident Giuseppe Conte. Sie sieht höhere Sicherheitsstandards für Arbeitnehmer vor. Beschäftigte haben nun Anspruch auf Masken und andere Schutzausrüstung, sofern sie nicht in einem sicheren Abstand voneinander arbeiten können.

Einige Unternehmen würden ihre Aktivitäten vorübergehend einstellen oder reduzieren, um sich auf die neuen Sicherheitsanforderungen für ihre Beschäftigten einzustellen, hieß es in der gemeinsamen Erklärung der Gewerkschaften CGIL, CISL und UIL.

Italien nach China besonders schwer betroffen

Italienische Behörden haben landesweit drastische Sperrmaßnahmen verhängt, um das Ansteckungsrisiko zu begrenzen. Die meisten Geschäfte sind geschlossen und Menschen aufgefordert, ihre Häuser möglichst nicht zu verlassen. Doch in einigen Büros und Fabriken geht die Arbeit weiter. In der vergangenen Woche hatte es Protest dagegen gegeben.

In Italien ist die Zahl der Infizierten auf rund 25.000 gestiegen. 1.809 Menschen starben nach Angaben des Zivilschutzes. Italien ist nach China das Land mit den meisten Covid-19-Toten.

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