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Feser-Graf-Gruppe macht sich unabhängig von den Börsen

Autor: Christoph Seyerlein

Einfacher und persönlicher als die Konkurrenz will die Feser-Graf-Gruppe mit ihrer B2B-Auktionsplattform Fahrzeugpool 24 agieren. Erste Zahlen zeigen: Der Ansatz scheint zu fruchten, der Ehrgeiz ist angestachelt. Mit der Idee platzierten sich die Franken unter den Gewinnerbetrieben des Digital Automotive Awards 2020.

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Die Feser-Graf-Gruppe mit Hauptsitz in Nürnberg ist einer der größten Autohändler Deutschlands.
Die Feser-Graf-Gruppe mit Hauptsitz in Nürnberg ist einer der größten Autohändler Deutschlands.
(Bild: Achter/»kfz-betrieb«)

Über 60.000 Fahrzeuge verkauft die Feser-Graf-Gruppe mit ihren 49 Betrieben pro Jahr. Als sein Steckenpferd bezeichnet das Unternehmen mit Hauptsitz in Nürnberg dabei das Gebrauchtwagengeschäft. Entsprechend konsequent treibt der Händler auch gerade in diesem Bereich die Digitalisierung voran. Schon heute generiert Feser-Graf im Gebrauchtwagen-Geschäft bis zu 70 Prozent aller Verkäufe aus Online-Leads.

Eines der jüngsten Projekte des Unternehmens ist in dem Zusammenhang die B2B-Auktionsbörse Fahrzeugpool 24. Die Idee einer eigenen Börse entstand bei den Nürnbergern Anfang 2019. Schon im April desselben Jahres ging die Plattform an den Start. Nun sind Auktionsbörsen in der Branche nichts komplett Neues. Warum also das Ganze? Markus Kugler, Geschäftsführer der Feser-Graf-Holding, sagt dazu: „Wir wollen nicht abhängig von anderen sein und das auch nach außen signalisieren. Wir lassen uns nicht in eine Schablone pressen.“

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Mit ihrem Ansatz zählte der fränkische Händler zu den Top-Betrieben des Digital Automotive Awards, den »kfz-betrieb« in diesem Jahr zum ersten Mal verlieh. Unterstützung erhielt die Redaktion dabei von den Partnern Bank Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (BDK), Continental, Mobile.de und TÜV Nord Mobilität.

Für die Feser-Graf-Gruppe selbst zahlt sich das bislang im Handel bereits aus. Der Hauptstandort in der Heisterstraße macht einen durchschnittlichen Bruttogewinn von rund 1.300 Euro pro Auto. Die Deckungsbeiträge jener Fahrzeuge sind laut Unternehmensangaben damit im Vergleich zu der Zeit vor der Plattform um rund 20 Prozent gestiegen.

Inzwischen finden sich auf Fahrzeugpool 24 aber auch über 100 Autohäuser und 1.000 aktive Händler. Jederzeit sind auf der Plattform etwa 120 Gebrauchtwagen online. Die Versteigerungsquote liege bei 85 Prozent, nur in 1,5 Prozent aller Transaktionen gebe es Reklamation, erklärt Kathrin Feser, Geschäftsführerin von Fahrzeugpool 24.

Persönliche Betreuung und simple Bedienung

„Die Qualität der Inserate ist absolut entscheidend für den Verkauf“, ergänzt sie. Die Gruppe selbst erhält pro Verkauf 2,5 Prozent Provision des Kaufpreises bzw. mindestens 100 Euro.

Punkten will die Feser-Graf-Gruppe gegenüber der Konkurrenz auf zwei Wegen: Einerseits mit persönlicher Betreuung: „Bei uns kommt immer jemand vorbei und erklärt neuen Händlern das System. Und bei Rückfragen geht das Team auch ans Telefon“, verspricht Kugler.

Das andere Ass im Ärmel ist die Einfachheit, mit der das System aufgebaut ist. Ein Inserat soll ein Autohaus nicht länger als fünf Minuten Zeit kosten. Und auch für die Händler laufen die Versteigerungen simpel ab. „Es kommt durchaus vor, dass unsere Aufkäufer in der Shisha-Bar sitzen und dort ihre Auktionen beenden.“

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Aktuell stammen noch rund 80 Prozent der auf der Plattform inserierten Autos aus der Feser-Graf-Gruppe selbst. Doch die Zahl der externen Fahrzeuge nehme stetig zu, versichert Kathrin Feser. „Wir wollen nicht stark auf Pump wachsen. Unser Ziel ist ein stetiger und kontinuierlicher Fortschritt.“ Wichtig sei vor allem, dass interne wie externe Nutzer das System verstehen.

Auch als App verfügbar

Seit Kurzem gibt es Fahrzeugpool 24 auch als App. „So ist ein Fahrzeug praktisch mit einem Foto inseriert“, betont Feser. DAT-Daten, TÜV-Gutachten und Co. werden automatisch über die Fahrzeug-Identifikationsnummer eingespeist. Nur den Preis muss der User dann noch festlegen.

Die selbstgesteckten Ziele der Gruppe sind ehrgeizig. Die Gruppe setze „hohe Renditeerwartungen“ an das Projekt, erklärt Geschäftsführer Markus Kugler. „Mittelfristig hoffen wir, damit einen Gewinn von etwa einer Million Euro im Jahr erzielen zu können“, sagt er.

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Über den Autor

 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«