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Fiat Chrysler will mit Renault fusionieren

Autor / Redakteur: dpa / Christoph Seyerlein

Jahrelang hatte Sergio Marchionne bereits versucht, FCA in eine Fusion mit einem anderen großen Hersteller einzubringen – vergebens. Nun strebt der US-italienische Konzern einen Zusammenschluss mit Renault an. Paris prüft das Angebot offenbar wohlwollend.

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Auch auf dem deutschen Markt besitzt der Selbstzünder für den FCA-Konzern eine hohe Relevanz.
Auch auf dem deutschen Markt besitzt der Selbstzünder für den FCA-Konzern eine hohe Relevanz.
(Foto: FCA)

Fiat Chrysler schlägt eine Fusion mit Renault vor. Das teilte das Unternehmen am Montag mit. Bei einem Zusammenschluss würde einer der größten Autokonzerne der Welt entstehen und die Marktführer Volkswagen und Toyota herausfordern.

Fiat Chrysler schlägt eine Fusion zu gleichen Teilen der Unternehmen als einen 50/50-Zusammenschluss vor.

In einer ersten Reaktion hat Renault Interesse für das Fusionsangebot signalisiert. Der Verwaltungsrat werde die Möglichkeit einer solchen Annäherung untersuchen, teilte das Topgremium von Renault am Montag in Boulogne-Billancourt bei Paris mit. In einer Mitteilung war mit Blick auf das Fusionsangebot von einem „freundschaftlichen Vorschlag“ die Rede. Ein Zeitplan für die Gespräche wurde nicht genannt.

„Der vorgeschlagene Zusammenschluss würde einen globalen Autohersteller schaffen, herausragend in Bezug auf Umsatz, Volumen, Rentabilität und Technologie sowie von Vorteil für die Anteilseigner der Unternehmen“, teilte Fiat Chrysler weiter mit. Es habe bereits Gespräche zwischen beiden Unternehmen gegeben, um Produkte und Regionen für eine Zusammenarbeit zu identifizieren.

Der französische Hersteller Renault ist seit langem mit den japanischen Autobauern Nissan und Mitsubishi in einer Allianz verbunden. Zusammen verkauften sie im vergangenen Jahr 10,76 Millionen Fahrzeuge. Mit dem US-italienischen Autoriesen FCA kämen die Hersteller auf mehr als 15 Millionen. Sie würden damit Volkswagen (10,83 Millionen) klar überholen.

Was will Renault?

FCA führt unter anderen die Marken Alfa Romeo, Fiat, Chrysler, Jeep, Dodge und Maserati. Der Konzern hat nach eigenen Angaben rund 199.000 Beschäftige. Renault strebt nach früheren Informationen aus Japan eine Fusion mit Nissan an. Dessen Chef Hiroto Saikawa hatte aber unlängst deutlich gemacht, dass man einen Zusammenschluss für unnötig halte.

Die französische Regierung begrüßte die Absicht von FCA, mit Renault zusammenzugehen. „Wir brauchen heute (Industrie-) Giganten, die sich in Europa bilden“, sagte Regierungssprecherin Sibeth Ndiaye am Montag den Sendern BFMTV und RMC. Die Gespräche der beiden Unternehmen über eine mögliche Annäherung seien ohne Beteiligung des Staates geführt worden, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur ergänzend aus Regierungskreisen. Der Staat sei aber am vergangenen Freitag informiert worden, dass ein Angebot an Renault gerichtet werden könnte.

Der französische Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire drang erst in der vergangenen Woche darauf, die Allianz zwischen Renault und Nissan zu festigen. „Wir brauchen solide, starke und gefestigte Industriekonzerne“, hatte er gesagt. Der französische Staat hat bei Renault ein gehöriges Wort mitzureden, denn er hält 15 Prozent der Anteile. Renault hält 43,4 Prozent der Anteile an Nissan. Nissan ist seinerseits zu 15 Prozent an Renault beteiligt.

Nach der Verhaftung von Automanager Carlos Ghosn in Japan war das von ihm geschaffene und kontrollierte französisch-japanische Auto-Bündnis in eine schwere Krise geraten. Ghosn war ein Verstoß gegen Börsenauflagen in Japan vorgeworfen worden.

Seither wurde er mehrfach wegen weiterer angeblicher Vergehen angeklagt und kam kürzlich zum zweiten Mal auf Kaution aus der Untersuchungshaft. Ghosn hatte die Anschuldigungen mehrfach zurückgewiesen.

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