Fiat testet Benzin mit hoher Methanol-Beimischung

Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Grimm

In Sachen Elektromobilität hängt Fiat hinterher. Statt mit Strom wollen die Italiener daher mit einem alternativen Sprit ihre CO2-Emissionen senken. Das Ergebnis ist allerdings sehr überschaubar.

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Fiat arbeitet an einem neuartigen Kraftstoff, um CO2-Emissionen zu senken.
Fiat arbeitet an einem neuartigen Kraftstoff, um CO2-Emissionen zu senken.
(Bild: Fiat FCA)

Mit einem stark alkoholhaltigen Kraftstoff wollen Fiat Chrysler (FCA) und der Mineralölkonzern ENI künftig den CO2-Ausstoß von Pkws senken. Der A20 genannte Ottokraftstoff, der eine höhere Oktanzahl hat als normales Superbenzin, enthält neben den üblichen fünf Prozent Ethanol auch 15 Prozent Methanol. Er soll bei der Verbrennung rund drei Prozent weniger Kohlenstoffdioxid (nach WLTP) verursachen als konventionelles Super E5. Das dürfte jedoch nicht ausreichen, um die CO2-Emissionen der FCA-Flotte signifikant zu senken.

Der Sprit-Mix soll von fast allen nach 2001 gebauten Benzinmotoren verwendet werden können. In Italien betrifft das rund zwölf Millionen Fahrzeuge. Erste Tests auf öffentlichen Straßen verliefen den beiden Unternehmen zufolge erfolgreich. Der A20-Kraftstoff wurde in fünf Fiat 500 aus der Flotte des Carsharing-Dienstes ENI Enjoy in Mailand getestet. Innerhalb von 13 Monaten wurden die Fahrzeuge zusammen rund 9.000 Mal ausgeliehen und legten etwa 50.000 Kilometer zurück, den Angaben zufolge „ohne Probleme“.

Wann A20 im großen Stil auf den Markt kommt, sagen FCA und ENI nicht. Methanol ist in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder als Mineralöl-Sprit-Ersatz diskutiert worden, konnte sich bislang aber nicht durchsetzen. Entscheidend für die Klimabilanz ist letztlich, aus welchen Quellen das Methanol stammt. FCA selbst schreibt, man arbeite mit dem Partner ENI daran, „das Benzin A20 weiter zu verbessern, indem die aus regenerativen Quellen stammenden Bestandteile erhöht werden“. Zudem ist fraglich, ob sich der Kraftstoff A20 signifikant durchsetzen könnte, erst recht in Märkten ohne flächendeckendes ENI-Tankstellennetz.

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