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Flottengeschäft erreicht im Oktober neuen Höchststand

Autor: Andreas Grimm

Das gute Neuzulassungsergebnis im Oktober ruht auf mehreren Säulen. Entscheidend zur Entwicklung beigetragen hat aber der Verkauf an gewerbliche Kunden. Der Absatzsprung erklärt sich dabei nicht allein aus dem WLTP-Chaos des Vorjahres.

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Per April waren 68,4 Prozent aller 2017 neu zugelassenen Firmenwagen ein Diesel – ein Rückgang um 4,4 Prozent im Vergleich zu 2016.
Per April waren 68,4 Prozent aller 2017 neu zugelassenen Firmenwagen ein Diesel – ein Rückgang um 4,4 Prozent im Vergleich zu 2016.
(Bild: Daimler)

Der Absatzsprung der Neuzulassungszahlen im Oktober hat sicher mit den WLTP-Verwerfungen des Vorjahres zu tun. Eine Analyse der Zulassungszahlen durch die Marktforscher von Dataforce zeigt aber, dass der statistische Effekt nicht allein ausschlaggebend war. Zum einen sind für alle Marktsegmente teils deutliche Zulassungssteigerungen festzustellen, zum anderen hat das Flotten- und Gewerbekundengeschäft einen neuen Höchststand erreicht, das WLTP-Tief wurde damit deutlich überkompensiert.

Exakt 16.960 Neuwagen mehr als im Oktober 2018 wurden laut Dataforce im vergangenen Monat an gewerbliche Kunden ausgeliefert. Das waren 26,7 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Damals waren die schlimmsten Effekte der WLTP-Umstellung allerdings bereits überwunden, der „relevante Flottenmarkt“ war im Vergleich zum Oktober 2017 um „nur“ 9,5 Prozent rückläufig gewesen.

Untermauert wird dieser Befund in der Rückschau: Die aktuell gezählten 80.396 Neuzulassungen durch Gewerbekunden sind laut Dataforce mit Abstand der höchste je gemessene Wert für das Flottensegment. Bislang hatte der Rekordwert bei 70.100 Einheiten im Oktober 2017 gelegen.

Deutlich mehr Neuwagen als im Vorjahr kamen zudem durch taktische Zulassungen in den Verkehr. So legten die Eigenzulassungen des Handels um exakt ein Zehntel auf 52.870 Einheiten zu. Die Hersteller und Importeure ließen zudem auf eigenen Namen 25.927 Neuwagen zu – ein Plus von 10,9 Prozent. Letztlich hat sich der Markt in diesem Bereich aber vor allem normalisiert, nachdem die Eigenzulassungen im Herbst letzten Jahres ebenfalls in den Keller gegangen waren.

Hersteller, Importeure und Händler brachten zusammengerechnet knapp 79.000 Neuwagen in den Verkehr. Damit bewegen sich die Eigenzulassungen derzeit in etwa auf dem Niveau des Oktobers 2017. Damals wie heute liegt der Anteil der Eigenzulassungen an den Gesamtzulassungen knapp unter 28 Prozent.

Im Vergleich deutlich schwächer entwickelte sich das Privatkundengeschäft. Die Endkunden ließen im Oktober 97.837 Neuwagen zu. Das waren 6,8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Das Ergebnis verdeutlicht einmal mehr, dass die hohen Zuwachsraten im Privatkundengeschäft zu Ende sind, die nicht zuletzt auch durch Sonderaktionen im Zuge der Dieselkrise künstlich in die Höhe getrieben wurden. Trotzdem gehen von den Privatkunden noch immer starke Kaufimpulse aus. Das Privatkunden-Volumen lag im Oktober noch immer knapp über dem Durchschnittswert der Jahre 2012 bis 2017.

Transporter sind wichtiger Absatzmotor

Im Transportermarkt spielte dagegen die private Nachfrage eine wesentliche Rolle. Während dieses Segment, in dem Dataforce den Verkauf von leichten Nutzfahrzeugen und Transportern mit Pkw-Zulassungen gesondert betrachtet, im Oktober um 4,9 Prozent zulegte, stiegen die Privatzulassungen um 20,9 Prozent. Ansonsten übertragen auch die anderen Segmente mehr oder weniger stark die Ergebnisse des Vorjahresmonats.

Einzige Ausnahme sind die Autovermieter. Im Transportermarkt orderten sie deutlich weniger (-3,8 %). Und auch schon in der Gesamtmarktbetrachtung hatten sie mit einem Plus von 5,6 Prozent verhältnismäßig schwach zugelegt.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«