Ford: 40 Jahre Fiesta

Redakteur: Slawa Schaub

Der runde Geburtstag von Europas meistverkauftem Kleinwagen steht an. Einst brach er sämtliche Exportrekorde. Die Geschichte des vielseitigen Modells beginnt 1976 in Köln.

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Die neue Ford Fiesta Sportversion ST hat eine Motorleistung von 147 kW/200 PS.
Die neue Ford Fiesta Sportversion ST hat eine Motorleistung von 147 kW/200 PS.
(Foto: Ford)

Als am 11. Mai 1976 die Fertigung des Kölner Stadtflitzers begann, hätte niemand mit einem solchen Erfolg gerechnet. 30 europäische Konkurrenten gab es damals für ihn im Kleinwagensektor. Der Fiesta war für den Hersteller die wichtigste Neuentwicklung seit dem historischen Modell T von 1908 und sollte auf allen Kontinenten verkauft werden. Rund zwei Milliarden D-Mark investierte der damals zweitgrößte Automobilkonzern der Welt in dessen Entwicklung. Aus diesem Grund kam der damalige Konzernchef und Kleinwagenkritiker Henry Ford II. persönlich zu einer Testfahrt an den Rhein, die er mit den Worten „good job“ lobte.

Inzwischen hält der Erfolg seit sieben Generationen an. 31 Monate nach Produktionsbeginn rollte das millionste Fahrzeug vom Band und avancierte zum Eichmaß für Kleinwagen. Mit über 16,7 Millionen Einheiten ist er heute das vierte Jahr in Folge Europas meistverkaufter Kleinwagen. Ursprünglich sollte er nur als erster Ford mit Frontantrieb, Quermotor und Heckklappe das Modellprogramm nach unten abrunden.

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Die Benennung eines neuen Fahrzeugmodells war für Henry Ford II. Chefsache. Er entschied sich für die Alliteration Ford Fiesta, nachdem der Wagen zuvor unter dem Namen „Bobcat“ (Rotluchs) in den Medien kursierte. Ein Grund für den aus dem Spanischen stammenden Namen „Fiesta“ war auch, dass der Konzern extra für den Wagen ein eigenes Werk im spanischen Valencia errichtete. Dort fertigt ihn der Hersteller für den Verkaufsraum Südeuropa. In Dagenham geschieht das für die Briten und in Saarlouis und Köln für 70 weitere Märkte.

Allein in den Staaten blieb der Erfolg aus, obwohl die dortigen Medien das Auto als besten Importkleinwagen vermarkteten. Nachdem die Ölkrise 1977 überwunden war, verlor das „Wundercar built in Germany“ im Land der unbegrenzten Möglichkeiten das Rennen gegen seine Konkurrenten VW Rabbit (Golf) und Honda Civic. In Deutschland hingegen wurde der Wagen unter anderem mit dem „Goldenen Lenkrad“ oder als „Auto der Vernunft“ ausgezeichnet.

Neben Verkaufsrekorden erreichte der Fiesta den höchsten Frauenanteil bei Kleinwagenkäufern, brachte die erste ausschließlich für Frauen konzipierte Rennserie auf den Markt und verdrängte als spanisches Volksauto, den Seat von der Spitze. Einst überzeugte das Flügeltüren-Coupé Fiesta Corrida Messebesucher ebenso wie der wandelbare Pick-up Prima. Begehrt waren auch die Sportversionen für die GTI-Fraktion. Der XR2 passierte ab 1981 in zehn Sekunden die 100-km/h-Marke.

Fast fünf Millionen Mal lief die erste Fiesta-Generation vom Band. 13 Jahre später kam eine Neukonstruktion auf den Markt: Den Wagen gab es fortan in einem größeren Format und auch als Fünftürer. Bis 2002 offerierte dieser das größte Raumangebot seiner Klasse. Kultstatus erreichte der Fiesta mit seinen Sportversionen. Das 40. Jubiläum feiert Ford aus diesem Grund mit einem Fiesta ST, der 147 kW/200 PS leistet.

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