Sanierungsfortschritt Ford-Belegschaft macht Weg frei für Sparkurs

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Der Absatz von Ford-Pkw ist nicht mehr im freien Fall, doch für die Größe der Belegschaft produziert der Hersteller zu wenig. Nun ist der Weg zur Zukunftssicherung frei, den Arbeitgeber und Gewerkschaften verhandelt haben.

Alles umgedreht und beleuchtet haben Gewerkschaften und Arbeitgeber bei Ford. Das Ergebnis ist eine neue Zukunftssicherung – für die übrig bleibenden Arbeitsplätze.(Bild:  Ford)
Alles umgedreht und beleuchtet haben Gewerkschaften und Arbeitgeber bei Ford. Das Ergebnis ist eine neue Zukunftssicherung – für die übrig bleibenden Arbeitsplätze.
(Bild: Ford)

Die Belegschaft der Kölner Ford-Werke hat den Weg für einen harten Sparkurs samt Personalabbau freigemacht. Eine Urabstimmung ergab eine Zustimmung von 93,5 Prozent für einen Kompromiss, auf den sich die Gewerkschaft IG Metall und die Geschäftsführung im Juli verständigt hatten.

Bis Ende 2027 werden 2.900 Stellen abgebaut – etwa jede vierte. Zuletzt waren es 11.500 Beschäftigte. Jene, die freiwillig gehen, bekommen recht hohe Abfindungen. Sollte ihr Arbeitsplatz verlagert werden, weil der Unternehmensbereich abgegeben und von einer anderen Firma fortgeführt wird, sollen sie nicht schlechter gestellt werden.

Außerdem gibt es die Möglichkeit zur Altersteilzeit und finanzielle Sicherheiten des US-Mutterkonzerns, die auch Rentnern zugutekommen. Auf betriebsbedingte Kündigungen wird vorerst zwar verzichtet, im äußersten Falle sind sie aber möglich.

Positive Reaktionen der Sozialpartner

Die IG Metall reagierte erleichtert auf die deutliche Zustimmung zum Kompromisspaket, das sie ausverhandelt hatte. „In einer sehr schwierigen Situation haben wir für die Beschäftigten das bestmögliche Sicherheitsnetz vereinbart, das bis Ende 2032 gilt und damit eine finanzielle Absicherung bietet“, sagte der Sprecher der IG Metall bei den Ford-Werken, David Lüdtke.

Die Geschäftsführung wertete das Ergebnis ebenfalls positiv. „Das ist ein positiver Schritt nach vorn, der unseren Mitarbeitern in Köln die nötige Klarheit und Sicherheit bietet“, sagte ein Firmensprecher. „Es ermöglicht dem Unternehmen, unseren Restrukturierungsplan sozialverträglich umzusetzen und ein zukunftsorientiertes und kosteneffizientes Unternehmen in Europa aufzubauen.“

Die weiteren Schritte

Nach dem grünen Licht durch die Belegschaft müssen Geschäftsführung und Arbeitnehmerseite noch entsprechende Verträge und Vereinbarungen unterschreiben, das gilt als Formsache. In den kommenden Monaten besprechen Betriebsrat und Geschäftsführung noch die Einzelheiten des Sparkurses, etwa welche Stelle wann wegfallen soll. 

Kernstück der Vereinbarung ist ein Sicherheitsnetz der US-Mutter, das die Belegschaft vor einer theoretisch möglichen Insolvenz der Deutschlandtochter schützen soll. Sollte dieser Fall tatsächlich eintreten – derzeit ist das reine Theorie –, würden die betroffenen Mitarbeiter Geld vom US-Mutterkonzern bekommen. 

Ford ist unter Druck, der Verkauf neuer E-Fahrzeuge aus Köln liegt unter den Erwartungen. Zuletzt zogen die Verkaufszahlen von Ford-Pkw in Deutschland auf niedrigem Niveau an. Seit Jahresbeginn hat sich der Marktanteil von Ford-Pkw in Deutschland von circa 3 auf 4,5 Prozent erhöht.

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