Fortgesetzter Aufschwung am Gebrauchtwagenmarkt

Autor: Andreas Grimm

Das Interesse an Gebrauchtwagen ist derzeit hoch, die Zahl der Besitzumschreibungen wächst zweistellig im Vergleich zum Vorjahresmonat. Dahinter stecken verschiedene Effekte. Gleichzeitig bremst eine Corona-Folge weiterhin die Erholung des Marktes.

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Die Höfe der Händler beginnen sich zu leeren, die Zahl der Gebrauchtwagen-Umschreibungen ist hoch.
Die Höfe der Händler beginnen sich zu leeren, die Zahl der Gebrauchtwagen-Umschreibungen ist hoch.
(Bild: Seyerlein/»kfz-betrieb«)

Der Gebrauchtwagenmarkt hat sich im Juli weiter erholt. Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) stiegen die Pkw-Besitzumschreibungen im vergangenen Monat um 13,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Insgesamt wechselten 747.831 Autos den Halter. Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) spricht angesichts der Zahlen von einer „weiter positiven Entwicklung“.

Bereits im Juni war die Zahl der Besitzumschreibungen um 14,1 Prozent gestiegen, nachdem der Gebrauchtwagenmarkt während des Corona-Lockdowns stark eingeschränkt war. Im April hatte der Rückgang in der Spitze 44 Prozent betragen. Aus den daraus resultierenden Nachholeffekten erklärt sich sicherlich auch ein Teil des jetzigen Aufschwungs. Dazu kommen günstige Angebote der Händler, die ihre Höfe leerbekommen müssen.

Unter dem Strich liegt der Gebrauchtwagenmarkt jedoch noch deutlich hinter dem Vorjahresvolumen zurück. Per Ende Juli zählte das KBA 3,95 Millionen Pkw-Besitzumschreibungen – 7,6 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Dieses Ergebnis könnte laut dem ZDK – ähnlich der Situation im Neuwagengeschäft – allerdings besser sein, würden „nicht einige Kfz-Zulassungsstellen immer noch im Krisenmodus arbeiten“. Insbesondere in den Zentren Berlin, Frankfurt am Main, Köln oder Stuttgart vergingen Wochen, bis Autokäufer einen Termin bei ihrer Zulassungsstelle bekommen.

Der ZDK fordert daher, dass das vom Bundesministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur (BMVI) verantwortete Projekt der Internet-basierten Fahrzeug-Zulassung („i-Kfz“) nun schnell komplett umgesetzt wird, sodass ohne physischen Behördenkontakt und direkt über das Autohaus auch Erstzulassung und Zulassung auf einen neuen Halter digital vollzogen werden können.

Unbeeindruckt vom Behördenchaos ist dagegen das Nutzfahrzeuggeschäft, das im Juli noch stärker als das Pkw-Geschäft nach oben schoss. Knapp 38.000 Lkw-Besitzumschreibungen sind ein Plus von 15,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Bei den Sattelzugmaschinen ging es um 13,5 Prozent nach oben. Im Gesamtjahr ist der Markt für gebrauchte Lkw damit sogar um 1,7 Prozent im Plus (bei 228.000 Einheiten), bei den Sattelzugmaschinen liegt das kumulierte Ergebnis noch 1,6 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Auch bei den Krafträdern ist die Erholung der Nachfrage deutlich zu sehen. In dieser Fahrzeugklasse wechselten im Juli 67.700 Einheiten den Halter, das waren 14,3 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Insgesamt ist dieser Markt im laufenden Jahr mit 344.000 Einheiten 3,9 Prozent im Plus.

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Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«