Euro NCAP Fünf Sterne für fünf neue Autos

Autor: Andreas Grimm

Zwei Trends bestimmen derzeit die Tests bei EuroNCAP: Die Modelle kommen zunehmend aus China – und sie sind elektrifiziert. Beide Umstände sind unter Sicherheitsaspekten unbedenklich, wie die aktuellen NCAP-Ergebnisse zeigen.

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Für den Lynk & Co 01 gab es im Euro-NCAP-Crashtest die Höchstbewertung von fünf Sternen.
Für den Lynk & Co 01 gab es im Euro-NCAP-Crashtest die Höchstbewertung von fünf Sternen.
(Bild: Euro NCAP)

Euro NCAP hat fünf neue Automodelle im Crashtest auf ihr Sicherheitsniveau geprüft. Darunter waren mit dem Lynk & Co 01 und dem Nio ES8 zwei chinesische SUVs. Sie bekamen – gemeinsam mit Toyota Mirai, Subaru Outback und Audi Q4 E-Tron – die Höchstbewertung von fünf Sternen. Mit 96 Prozent der möglichen Punkte schnitt der kleine Hybrid-Offroader von Lynk & Co beim Insassenschutz sogar am besten im Quintett ab.

Das aktuelle NCAP-Ergebnis untermauert damit frühere Befunde, dass bei China-Autos mittlerweile die Crash-Sicherheit stimmt. Bereits vor sieben Jahren hatte das einst hoffnungsvoll gestartete Unternehmen Qoros den NCAP-Test mit Bravour bestanden und damals die Bestwertung des Jahres eingefahren. „Lynk & Co und NIO zeigen, dass „Made in China“ kein abwertender Begriff mehr ist, wenn es um Autosicherheit geht“, sagte der Generalsekretär von Euro NCAP, Michiel van Ratingen.

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Zuletzt hatten auch die beiden chinesischen Modelle MG ZS EV und MG HS den Crashtest problemlos bestanden. Echte Probleme mit der passiven Sicherheit haben Modelle aus Fernost allenfalls noch von Budget-Herstellern, die vornehmlich für den außer-europäischen Markt produzieren und deren Modelle hierzulande von unabhängigen Importeuren angeboten werden. Zuletzt hatte etwa der Suda SA01 hat im ADAC-Crashtest versagt.

Beide nun von NCAP getesteten chinesischen SUV überzeugten bei Insassen-, Kinder- und Fußgängerschutz sowie bei der Ausstattung mit Assistenzsystemen. Beim Schutz mitfahrender Kinder hatten der Audi und der Subaru mit 89 Prozent allerdings die Nase vorn. Auch beim Fußgängerschutz (84 Prozent) und bei der Grundausstattung mit Assistenzsystemen (95 Prozent) schnitt der Outback am besten ab.

Besonders Augenmerk legten die Tester auf den Toyota Mirai wegen der genutzten Wasserstoff-Brennstoffzelle. Wegen des Hochdrucktanks, der den Wasserstoff speichert, könnten die Verbraucher Bedenken haben. Euro NCAP schenkte der Crash- und Post-Crash-Sicherheit des Mirai besondere Aufmerksamkeit, stellte jedoch fest, dass die Tatsache, dass er mit Wasserstoff betrieben wird, keinen Einfluss auf seine inhärente Sicherheit hatte.

Audis Q4 e-tron schneidet genauso gut ab wie die Cousins ​​des VW-Konzerns, mit denen er sich die allgegenwärtige MEB-Plattform teilt. Wie zuvor der VW ID.4 und der Skoda Enyaq erhält das Auto eine maximale Bewertung von fünf Sternen. „Diese Testrunde zeigt, in welche Richtung sich die Autotechnologie bewegt. Bis auf eines sind alle Autos auf die eine oder andere Weise elektrifiziert“, sagte van Ratingen.

Ergänzend dazu sprach Euro NCAP in Analogie zum bereits vor zwei Jahren getesteten Benziner auch dem Ford Kuga PHEV fünf Sterne zu.

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 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Fachredakteur Management & Handel, Redaktion »kfz-betrieb«