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Garagengold richtig pflegen und bewerten

Autor / Redakteur: Ottmar Holz / Ottmar Holz

Die Herausforderungen des boomenden Oldtimermarkts für Sachverständige und Werkstätten werden weiter steigen. Welche Maßnahmen notwendig sind, zeigte der 3. Oldtimerkongress.

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Antworten auf drängende Fragen zu Wertermittlung und Haftungsrisiken lieferte der Oldtimer-Kongress.
Antworten auf drängende Fragen zu Wertermittlung und Haftungsrisiken lieferte der Oldtimer-Kongress.
(Foto: TAK)

Die rasante Entwicklung der Automobiltechnik stellt mittelfristig auch die Oldtimerszene vor neue Herausforderungen. Dem steht eine wachsende Bedeutung des Geschäftsfelds der klassischen Fahrzeuge für Kfz-Betriebe und Sachverständige gegenüber, betonte ZDK-Hauptgeschäftsführer Axel Koblitz auf dem 3. Oldtimerkongress während der Techno Classica in Essen vor etwa 180 Teilnehmern.

Klassische Fahrzeuge erzeugen inzwischen ein Umsatzvolumen von circa sechs Milliarden Euro für Kfz-Werkstätten und Sachverständige. Dahinter stehen über 310.000 Pkw, die 2014 laut dem Verband der Automobilindustrie mit einem H-Kennzeichen angemeldet waren. Dazu kommen die Schätzchen, die in Garagen und Hallen stehen. Insgesamt fallen in Deutschland potenziell etwa 600.000 Fahrzeuge in diese Kategorie.

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Angesichts dieses Potenzials gewinnt die fortlaufende Schulung und Weiterbildung des Sachverständigen immer weiter an Bedeutung, verdeutlichte Friedrich Rückert, vereidigter Sachverständiger und Restaurator. Denn mittlerweile wird in die Wertfindung zunehmend auch die Historie und Authentizität der Fahrzeuge einbezogen. So könne es bei einer Restaurierung mit Neulackierung durchaus zu einer deutlichen Wertminderung des Fahrzeugs kommen, sagte Rückert.

Das Nichtbeachten der Restaurierungsethik oder schlichte Unachtsamkeit bei der Untersuchung oder beim Weiterverkauf können einen einklagbaren Schaden erzeugen. Gegen dieses Risiko sind Sachverständige und Werkstätten oftmals nicht richtig versichert, erläuterte Madlen Kietzmann vom Spezialversicherer Alino Classic. Rechtsanwalt Tim Hallas-Hindinger von Advocartur erläuterte ergänzend die typischen Haftungsrisiken für Werkstätten. Das Nichterkennen von Identitätsmanipulationen sei zudem eine teure Stolperfalle für Gutachter.

Angesichts der Vielfalt der Modelle und der technischen Entwicklung seien die Werkstätten für die korrekte Ausführung von Reparaturen an Oldtimern stark gefordert. Das Kfz-Gewerbe hat inzwischen Maßnahmen ergriffen und fast 500 „Fachbetriebe für historische Fahrzeuge“ in seinen Reihen, die sich um Service und Restaurierung der Old- und Youngtimer kümmern. Darüber hinaus nutzen etwa 200 junge Kfz-Mechatroniker die Chance, im Rahmen ihrer Ausbildung die „Zusatzqualifikation für Old- und Youngtimertechnik“ zu erwerben. „Damit wollen wir sicherstellen, dass das Fachwissen bezüglich Reparatur und Wartung historischer Fahrzeuge dauerhaft erhalten bleibt“, sagte ZDK-Hauptgeschäftsführer Koblitz.

Teilentwarnung konnte Tobias Hauck für das Angstthema Elektronikprobleme geben. Für die in den Youngtimern der automobilen Oberklasse zunehmend anzutreffenden Steuergeräte und Zündelektronik gebe es oft günstige Reparaturmethoden, so der Vertriebsmann des Reparaturspezialisten Glaubitz. Die Restaurationsbetriebe müssen jedoch in Diagnoseelektronik investieren, da der Eins-zu-Eins Probetausch zur Fehlerdiagnose bei neueren Fahrzeugen immer schwerer wird.

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