Gefahren: Jaguar E-Pace – Das Raubkätzchen

Autor: Julia Mauritz

Das neue City-SUV soll dank seines günstigen Einstiegspreises unter 35.000 Euro die Zielgruppe der Edelmarke deutlich erweitern. Den Entwicklern ist der Spagat zwischen exklusiver Anmutung und Volumentauglichkeit gelungen.

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Der neue Jaguar E-Pace steht seit Januar bei den deutschen Händlern.
Der neue Jaguar E-Pace steht seit Januar bei den deutschen Händlern.
(Bild: Mauritz/»kfz-betrieb«)

Es ist schon ein schwieriger Balanceakt, den Jaguar bei der Entwicklung seines ersten Kompakt-SUVs E-Pace zu meistern hatte: Einerseits galt es, den Jaguar-typischen Premiumcharakter zu bewahren, und andererseits die Produktionskosten so zu drücken, dass das neue Modell preislich eine möglichst breite Käuferschicht anspricht. Denn ein zweiter Volumenbringer neben dem F-Pace ist bei Jaguar dringend notwendig. Von den 8.987 Jaguar-Neuzulassungen im Jahr 2017 fielen allein 3.724 auf das Premium-SUV. Die Jaguar-Limousinen haben in Deutschland einfach einen schweren Stand.

Beim E-Pace haben die Entwickler und Designer genau ins Schwarze getroffen: Es ist ein Modell entstanden, das sich optisch perfekt in die Modellfamilie des britischen Herstellers einreiht und trotz seiner kompakten Abmessungen von 4,4 Metern fünf Personen samt Gepäck ausreichend Platz bietet.

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Vor allem kann es mit einem Einstiegspreis von 34.950 Euro für den 110 kW/150 PS starken E-Pace-Diesel mit Frontantrieb und Sechsgang-Schaltgetriebe durchaus mit den leistungstechnisch vergleichbaren Wettbewerbersmodellen mithalten wie dem BMW X2 (36.500 Euro), dem Volvo XC40 (33.550 Euro) oder dem Audi Q3 (33.000 Euro). Die Leasingsraten starten bereits bei 179 Euro monatlich.

Ohne genaue Absatzzahlen zu nennen, will Jaguar mit dem günstigsten Modell in seiner Produktrange neue Kundengruppen ansprechen: vor allem Familien und sogenannte Silver beziehungsweise Best Ager, also die Generation 50 plus, die den E-Pace in erster Linie privat als Erstwagen nutzen.

Ab 2020 wird es elektrisch

Unter der Motorhaube finden sich zur Markteinführung drei Vierzylinder-Dieselmotoren und zwei Benziner der selbst entwickelten Ingenium-Motoren. Das Leistungsspektrum der Ingenium-Antriebe reicht aktuell von 118 kW/150 PS bis 221 kW/300 PS. Einen Hybrid gibt es bislang nicht, doch das dürfte sich noch ändern, da Jaguar seine Elektrifizierungsstrategie konsequent vorantreibt und alle neuen Modelle ab 2020 auch in einer elektrifizierten Version verfügbar machen will.

Mit Ausnahme des Einstiegsmodells sind alle E-Pace-Antriebe mit einem Neunstufen-Automatikgetriebe von ZF kombiniert. Geschaltet wird nicht wie bei dem größeren Bruder F-Pace per Drehschalter, sondern wie beim Sportwagen F-Type per Joystick.

Die beiden Topmotoren, der 221 kW/300 PS starke Benziner und der 177 kW/240 PS starke Selbstzünder, verfügen über ein Allradsystem, das mit zwei elektronisch gesteuerten Lamellenkupplungen die Traktion erhöht, ohne den Jaguar-typischen Heckantriebscharakter zu trüben. Sie verteilen das Drehmoment je nach Fahrsituation nur auf eine oder auf beide Achsen.

Die Tatsache, dass die Motoren im E-Pace quer eingebaut sind, kommt dem Innenraum zugute. Im Kompakt-SUV fühlen sich nicht nur die Front- sondern auch Fondpassagiere wohl. Das Kofferraumvolumen ist mit 577 Litern ebenfalls mehr als ausreichend.

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Julia Mauritz

Stv. Ressortleiterin