Gefahren: Kia Sorento – Flaggschiff mit klarer Kante

Autor Andreas Wehner

Kia bringt die vierte Generation des Sorento an den Start. Das auf Wunsch siebensitzige SUV unterstreicht seine Größe auch optisch. Erstmals kommt ein Plug-in-Hybrid zum Einsatz – allerdings nicht von Anfang an.

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Ab 10. Oktober 2020 steht der neue Kia Sorento bei den Händlern.
Ab 10. Oktober 2020 steht der neue Kia Sorento bei den Händlern.
(Bild: Wehner/»kfz-betrieb«)

„Der ist ganz schön groß geworden“, lautet der Kommentar eines Passanten, als wir mit dem neuen Kia Sorento auf einer Testrunde durch die Weinberge an der Ahr an einer Vinothek haltmachen. Das Auto erregt seine Aufmerksamkeit, denn vor Jahren fuhr er selbst Sorento, einen der ersten, gebraucht gekauft. „Manchmal etwas zickig, aber eigentlich recht robust“, so sein Erfahrungsbericht.

Fast 80.000 Einheiten hat Kia seit der Einführung des Sorento im Jahr 2002 in Deutschland verkauft. Wie viele Einheiten es in diesem oder im nächsten Jahr sein sollen, teilt Kia nicht mit. 2019 registrierte das Kraftfahrt-Bundesamt 3.200 Neuzulassungen, in diesem Jahr waren es nach acht Monaten etwas mehr als 1.000.

Kia Sorento: Flaggschiff mit klarer Kante
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Wie robust oder zickig sich die inzwischen vierte Generation des Sorento im Lauf ihres Fahrzeuglebens gibt, muss sich noch zeigen. Groß geworden ist das SUV in jedem Fall, vor allem optisch. Im Gegensatz zur recht rundlichen Vorgängergeneration haben die Designer den Neuen ziemlich kantig gestaltet und ihm durch den großen, in die Scheinwerfer übergehenden „Tigernasen“-Grill einen kraftvollen, fast schon aggressiven Auftritt verpasst. Massiv wirkt auch das zerklüftete Heck, das mit seinen senkrecht angeordneten Rückleuchten an amerikanische Dickschiffe erinnert. Übrigens ist der Heckscheibenwischer in den Dachspoiler integriert und somit aufgeräumt.

Mit 4,81 Metern ist der Neue fast 25 Zentimeter länger als der Ur-Sorento. Im Vergleich zum Vorgänger wuchs das Kia-Flaggschiff jedoch nur ganz leicht, jeweils einen Zentimeter in Länge, Breite und Höhe. Damit überragt er dennoch die meisten seiner Wettbewerber. Gleichzeitig verlängerten die Entwickler den Radstand um 3,5 Zentimeter und schufen so unter anderem mehr Platz im Innenraum.

Dort sitzt es sich gefühlt tatsächlich recht luftig, zumindest in der ersten und zweiten Reihe. Auf der optional erhältlichen zusätzlichen Bank, die den Sorento zum Siebensitzer macht, geht es naturgemäß etwas enger zu, aber für kurze Strecken kann man auch als Erwachsener ganz hinten sitzen. Die Rückbank ist auch im Fünfsitzer um 31,5 Zentimeter verschiebbar – je nachdem, wie viel Platz man für das Gepäck braucht. Der Kofferraum fasst bei Beladung bis zur Fensterunterkante bestenfalls 910 Liter. Klappt man die hintere Sitzreihe um, passen bis maximal 2.100 Liter in den Sorento. Damit kann man schonmal zum Baumarkt fahren.

Auf dem Fahrersitz fühlt man sich ein bisschen wie in einem Raumschiff. Dafür sorgen vor allem die vier massiven, senkrecht angeordneten Lüftungsdüsen, aber auch die verhältnismäßig zahlreich vorhandenen Schalter. Zudem gibt es keinen Schalthebel, sondern einen Drehregler, um das (je nach Ausführung) Automatik- oder Doppelkupplungsgetriebe zu bedienen. Das Kombiinstrument kommt serienmäßig in Digitalausführung. Den oberen Abschluss der Mittelkonsole bildet ein mindestens acht Zoll großes Display, das in den höheren Ausstattungsvarianten von einem 10,25-Zoll-Touchscreen ersetzt wird.

Plug-in-Hybrid folgt 2021

Motorseitig bietet Kia den Sorento bereits bei der Markteinführung am 10. Oktober als Hybrid an. Er kombiniert einen 1,6-Liter-Turbobenziner mit einem Elektromotor und mobilisiert eine Systemleistung von 169 kW/230 PS. Das Schalten übernimmt eine sechsstufige Automatik, wahlweise gibt es einen Allradantrieb. Im Frühjahr 2021 wollen die Koreaner eine Plug-in-Hybrid-Version nachlegen.

Letztere wird sich mit dem ebenfalls bereits zum Marktstart erhältlichen 2,2-Liter-Diesel künftig den überwiegenden Teil der Sorento-Neuzulassungen in Deutschland hälftig teilen. Beim Hybrid rechnen die Verantwortlichen bei Kia nur mit einem geringen einstelligen Prozentanteil.

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