Gefahren: Maserati Ghibli - neue Zeiten

Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Wehner

Nachdem sich die Kunden schon an Sechszylinder gewöhnt haben, bringen die Italiener jetzt den ersten Diesel. Und das in einem Auto, das deutlich günstiger ist, als es bei Maserati bisher üblich war.

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Der neue Maserati Ghibli soll mit seinem günstigen Preis neue Käufer zu den Händlern der Luxusmarke bringen.
Der neue Maserati Ghibli soll mit seinem günstigen Preis neue Käufer zu den Händlern der Luxusmarke bringen.
(Foto: Maserati)

Über Geld spricht man nicht, Geld hat man und gerne auch ein wenig mehr davon. Das war über viele Jahre auch die Divise von Maserati, dem kleinen aber feinen italienischen Hersteller von Luxusautomobilen. Wer sich die Fahrzeuge mit dem Dreizack im Logo leistet, gilt als gut betucht. Das wirkt sich zwar einerseits positiv aufs Image aus, andererseits verstellt es aber auch den Blick auf die Marke, die ab September mit dem Ghibli ein Einstiegsmodell weit unter der 100.000-Euro-Marke zu positionieren versucht. Die neue Business-Limousine startet zu Preisen ab 64.980 Euro und soll neue Käuferschichten für Maserati generieren.

Doch mit einem halbwegs attraktiven Preis allein ist es nicht getan, um im von den deutschen Platzhirschen Audi, BMW und Mercedes dominierten und prestigeträchtigen sowie umsatzstarken Business-Segment überhaupt eine Chance haben zu können. Deshalb debütiert im Ghibli erstmals in der fast hundertjährigen Geschichte von Maserati ein Diesel, den die italienische Motorenschmiede VM Motori beisteuert.

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Der 3,0-Liter-Sechszylinder leistet 202 kW/275 PS und stemmt 600 Nm an die Kurbelwelle. Die Kraftübertragung erfolgt wie bei den zwei ebenfalls angebotenen Benzinern über eine Achtgang-Automatik von ZF. Dass Maserati auch bei einem Selbstzünder die Sportlichkeit nicht vernachlässigt, zeigt ein Blick aufs Datenblatt. Der Spurt von 0 auf 100 km/h gelingt mit der mindestens 1,8 Tonnen schweren Limousine in 6,3 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist bei Tempo 250 erreicht.

Fahrwerk und Lenkung sind leistungsgerecht hart ausgelegt, Kurven und enge Kehren ein Vergnügen und die Automatik schaltet bei allen gefahrenen Tempi mühelos und je nach gewähltem Fahrmodus gelassener oder sportiver. Bei aller Sportlichkeit muss man jedoch nicht befürchten, anschließend nur noch über Rücken- und Bandscheiben-Themen referieren zu können.

Damit sich die Kunden nicht am fehlenden Wohlklang des Selbstzünders im Vergleich zu den V6-Benzinern stören müssen, greifen die Italiener zu zwei Soundgeneratoren. Diese sind in der Nähe der Abgasendrohe platziert und sorgen auf Tastendruck dafür, dass der Diesel mit einer markant, satten – man könnte auch schreiben dezent kreischenden – Arie die Umstehenden über die Zündungsart des Triebwerks im Unklaren lässt. Schöner Klang ist fast so wichtig wie schöner Schein.

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