Gefahren: Porsche 718 Boxster/Cayman GTS 4.0

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Der Rest des Kurses fordert das neu abgestimmte Fahrwerk heraus, Estoril bietet viele teils enge Kurven. Hier kommt die Tieferlegung des Autos um 20 Millimeter genauso zum Tragen wie die Mischbereifung – hinten sind die serienmäßigen 20-Zoll-Räder mit 295, vorn mit 265 Millimeter breiten Reifen bestückt. Diese Konfiguration erhöht den Grip auf der Hinterachse sowie die Lenkpräzision, und den Rest übernimmt neben dem Talent des Fahrers die eingebaute Elektronik.

PASM (Porsche Active Suspension Management) passt die Arbeit jedes einzelnen Federbeines jederzeit an die Fahrsituation an; PTV (Porsche Torque Vectoring) gibt bei Bedarf einen kurzen Bremsimpuls an das kurveninnere Hinterrad, gleichzeitig leitet die mechanische Quersperre mehr Antriebskraft an das kurvenäußere Hinterrad, so dass sich das Auto im Endeffekt präziser lenken lässt und es auch beim Herausbeschleunigen aus Kurven souverän auf der Straße liegt. Vor allem aber geben die GTS-Varianten von Cayman und Boxster dem Fahrer das, was er auf einer Rundstrecke mit einem 400 PS starken mehr als 80.000-Euro-Spielzeug am meisten benötigt: Vertrauen.

Porsche 718 Boxster/Cayman GTS 4.0: Die letzten ihrer Art
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Oberhalb des Modells GTS 4.0 rangiert beim Boxster noch die Spyder-Variante, beim Cayman ist es der GT4. Beide mit 420 PS und noch schärferer Abstimmung. „Den GT4 hatten wir immer auf dem Schirm“, sagt Sportwagen-Chef Walliser, „es war klar, dass der kommt. Aber ich habe sehr darauf gedrängt, dass der Spyder dieselbe Technik erhält“. Damit war in der gesamten 718-Plattform Platz für den vier Liter großen Sechszylinder, was letztlich den Weg auch für die GTS-Modelle frei gemacht hat.

Sie pflegen bei aller dynamischen Präsenz einen weniger rennsport-ähnlichen Auftritt, sondern kommen vergleichsweise edel daher. Leder, Alcantara, gebürstetes Aluminium, dezente schwarzlackierte Zierteile außen, es ist fast schon Understatement, was die GTS-Sportwagen betreiben, nur auf hohem Niveau, auch preislich. Konkurrierende Autos von Audi, Mercedes und BMW sind jedenfalls leichter zu finanzieren. Größter GTS-Markt bei den Sportwagen ist Deutschland, Walliser erwartet für die 718-Reihe einen GTS-Anteil von 15 Prozent. Die USA seien da „etwas preissensibler“, und in China würden die GTS-Modelle gar nicht erst angeboten, dort verkauften sich vor allem die Basismodelle mit dem Zweiliter-Vierzylinder und Turbolader. „Sie sind das Rückgrat der Baureihe.“

Der GTS 4.0 mit seinem Sechszylinder ist aber kein Brot-und-Butter-Porsche, sondern ein Angebot für die Sportwagen-Puristen. Sie hatten mit dem Auslaufen des stets sechszylindrigen und turbofreien Vorgängermodells vor vier Jahren schon befürchtet, einen solchen Motor werde es bei Porsche nur noch in den weit teureren GT3-Modellen des 911 geben. Die letzten Exemplare der alten Boxster/Cayman-Generation waren daher sehr gefragt und erzielen auch gute Gebrauchtpreise, wenn sie denn angeboten werden. Das sei bei praktisch jedem Modellwechsel der Normalfall, sagt Frank-Steffen Walliser. „Wir haben kein Auslaufproblem und müssen daher auch keine rabattierten Sondermodelle mit Aufklebern machen.“

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