Getrag: Effiziente Doppelkupplungsgetriebe

Redakteur: Christopher Kampfmann

Getrag hat eine neue Generation kompakter Doppelkupplungsgetriebe vorgestellt. Diese arbeiten mit einer neue Schaltstrategie, durch die sich der Verbrauch deutlich senken lässt.

Das neue Siebengang-Getriebe von Getrag benötigt für Kupplungsvorgänge nur einen Bruchteil der Leistung, den eine Hydraulik mit permanent angetriebener Ölpumpe erfordert.
Das neue Siebengang-Getriebe von Getrag benötigt für Kupplungsvorgänge nur einen Bruchteil der Leistung, den eine Hydraulik mit permanent angetriebener Ölpumpe erfordert.
(Foto: Getrag)

Der Getriebehersteller Getrag hat eine neue Generation an Doppelkupplungsgetrieben vorgestellt. Wie bereits beim 2009 auf den Markt gebrachten Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe setzt das Unternehmen bei der neuen Produktfamilie auf elektrisch betätigte Schaltwalzen. Neu sind die nassen Doppelkupplungen, die deutlich kleiner als Trockenkupplungen sind und weniger wiegen. So lässt sich das Getriebe insgesamt noch kompakter und leichter auslegen. Dank ihrer geringen Massenträgheit sind nasse Kupplungen besonders gut für moderne „Downsizing“-Motoren geeignet, beispielsweise kleine Dreizylindermotoren mit Turboaufladung und Direkteinspritzung.

Geringerer Verbrauch als bei Handschaltgetrieben

Für den Einsatz der nassen Doppelkupplungen hat Getrag eine bedarfsgeregelte Hydraulik für die Betätigung entwickelt, die mithilfe so genannter Pumpenaktuatoren erfolgt. Das neuen Siebengang-Getriebe, das seit Frühjahr in Serie gefertigt wird, benötigt für Kupplungsvorgänge nur 16 W elektrische Leistung im erweiterten Fahrzyklus. Dies ist ein Bruchteil des Leistungsbedarfs, den eine Hydraulik mit permanent angetriebener Ölpumpe erfordert. Mithilfe der neuartigen Schaltstrategie soll sich laut Hersteller ein geringerer Realverbrauch realisieren lassen als mit Handschaltgetriebe.

Zu der Produktfamilie gehören auch zwei Sechsgang-Getriebe, die kurz vor der Markeinführung stehen. Bei beiden kommt die neue Schaltstrategie in Verbindung mit nasser Doppelkupplung zum Einsatz. Diese besonders kompakten Getriebe sind vor allem für moderne Kleinwagen vorgesehen. Um den engen Platzverhältnissen in solchen Fahrzeugen gerecht zu werden, hat Getrag ein Sechsgang-Getriebe entworfen, das so kompakt ist wie ein Fünfgang-Getriebe. Der erste Gang wird dazu „virtuell“ über eine Brücke gebildet, unter Nutzung eines weiteren Zahnradpaares des zweiten Teilgetriebes. Der Vorteil dieser Brückenlösung besteht darin, dass das physisch größte Zahnrad für den ersten Gang entfallen kann. Dies spart Platz und macht das Getriebe insgesamt deutlich kleiner und leichter.

Eine weitere Stärke der bereits dritten Generation von Doppelkupplungsgetrieben des Herstellers besteht im hohen Anteil einheitlicher Konstruktionsprinzipien. Das betrifft beispielsweise die fast beliebig im Getriebe platzierbaren Pumpenaktuatoren, aber auch Komponenten wie Kupplungen, die über mehrere Getriebetypen hinweg eingesetzt werden können.

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