Zum Düsseldorfer Caravan-Salon werden wieder Rekordzahlen erwartet und im Gegensatz zu den Wohnwagen liegen motorisierte Eigenheime weiter auf Wachstumskurs. Angesichts hoher Lagerbestände aufgrund von Überproduktion stellt sich allerdings die Frage: Wie lange noch?
Die Produktion rollt wieder, die Nachfrage hakt jedoch.
(Bild: CIVD)
Sind die fetten Jahren endgültig vorbei? Gäbe es so etwas wie einen Geschäftsklima-Index für die Caravaning-Branche, so wäre der im Moment sicher negativ. Denn nachdem sich der Hype um die Reisemobile in der Corona-Zeit wieder gelegt hat, die Urlauber vermehrt wieder in den Flieger steigen oder die Kreuzfahrtschiffe bevölkern, haben die von Lieferproblemen, Inflation und langen Lieferfristen gebeutelten Hersteller nun mit anderen Problemen zu kämpfen, die sie allerdings größtenteils selbst verursacht haben.
Weil alle vom großen Run auf die kompakten Camper-Vans profitieren wollten, wurde auf Teufel komm raus produziert. Einige Marken wie Bürstner haben gar ihr gesamtes Portfolio umgekrempelt und mutierten von einem traditionsreichen Hersteller großer Reisemobile zu einem Kompakt-Spezialisten. Die Erwin-Hymer-Gruppe gründete mit Crosscamp – allerdings schon vor Corona – gar eine eigene Campingbus-Marke, und Eura-Mobil wagte sich mit dem Panama oder dem Karmann Duncan auf unbekanntes, von California und Co. beherrschtes Terrain.
Kurzarbeit und Produktionsstopps
Das aktuelle Ergebnis dieser Entwicklung, nachdem alle Lieferschwierigkeiten behoben sind und die Inflation das ohnehin schon gehobene Preisniveau um bis zu 15 Prozent in die Höhe getrieben hat: Viele Hersteller bekommen die Folgen der Überproduktion zu spüren. Die Lagerflächen und -hallen sind proppevoll. Die Produktion muss zurückgefahren werden. Es gibt Kurzarbeit, oder die Fertigung wird für einen gewissen Zeitraum komplett gestoppt.
Für die Kundschaft hat das eher positive Auswirkungen. Sofern Kaufwillige nicht auf ein individuell konfiguriertes Fahrzeug fixiert sind, spielen Lieferfristen keine Rolle mehr. Und noch wichtiger: Um den Abverkauf der auf Halde stehenden Produkte zu forcieren, werden ordentliche Rabatte gewährt. Holger Siebert, Pressesprecher des Caravaning Industrie-Verbandes (CIVD) und selbst Chef des zur Trigano-Gruppe gehörenden Herstellers Eura Mobil, weiß, dass aktuell im Schnitt zwischen 4.000 und 10.000 Euro Nachlass im Handel möglich sind.
CIVD-Geschäftsführer Daniel Onggowinarso versprüht trotz schwieriger Rahmenbedingungen unverdrossen Optimismus und kann dies auch mit Zahlen belegen. Zwar seien Zuwächse, wie sie die Sonderkonjunktur aus der Pandemie-Zeit bescherte, Vergangenheit, „das Interesse an Caravans und Reisemobilen ist aber nach wie vor groß, und die Begeisterung für Caravaning wächst mit jedem Jahr“, erklärt der Verbandschef. „Die Neuzulassungen von rund 37.600 Camper-Vans und Reisemobilen in den ersten fünf Monaten dieses Jahres bedeuten sogar ein Allzeithoch, das auch den Höchstwert von 2021 übertrifft.“
Wohnwagenabsatz immer noch im Minus
Während die motorisierten Eigenheime mit einem Plus von 9,4 Prozent also wieder auf die Wachstumskurve aus der Vor-Corona-Zeit einschwenken, sieht es bei den Wohnwagen deutlich schlechter aus. Sie haben sich nach dem Absturz 2023 aber immerhin wieder stabilisiert und liegen mit 10.300 neu angemeldeten Einheiten nur noch 0,8 Prozent unter der Vorjahresmarke.
Auf dem europäischen Markt zeigt der Abwärtstrend für die Caravaner mit einem Minus von sieben Prozent für das erste Quartal noch deutlich stärker nach unten. Dass die Reisemobile hier um rund sechs Prozent zulegt haben, liegt neben dem Hauptwachstumstreiber Deutschland auch an den Märkten in Frankreich und Großbritannien. Wie lange das mit Blick auf die Überproduktion anhalten wird, muss sich zeigen.
Weitere Indikationen für ein unvermindert großes Interesse an der Urlaubsform Caravaning und vor allen Dingen an Wohnmobil-Reisen sind die zu Saisonbeginn stark angestiegenen Buchungen bei den Vermietern und Sharing-Portalen sowie die Entwicklung des Düsseldorfer Caravan-Salons als größte Leitmesse der Branche in Europa. Messe-Direktor Stefan Koschke: „Mit deutlich über 700 Ausstellern werden wir die Rekordzahl des Vorjahres noch einmal steigern. Die Ausstellungsfläche wurde um weitere 2.000 Quadratmeter erweitert. Unsere 16 Hallen und das Freigelände sind bereits ausgebucht.“
Das Spektrum der gezeigten Fahrzeuge auf der vom 30. August bis zum 8. September stattfindenden Ausstellung reicht von kleinen Einsteiger-Caravans und kompakten Reisemobilen bis hin zu Luxusmobilen und Motorhomes für siebenstellige Beträge. Die Starterwelt für Neueinsteiger in die Caravaning-Szene wird diesmal im Freigelände aufgebaut.
Stand: 08.12.2025
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