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Goodwood Festival of Speed: Silberpfeil unterm Hammer

Autor / Redakteur: Steffen Dominsky / Steffen Dominsky

Ein Highlight des diesjährigen Oldtimer- und Rennsport-Events war die Versteigerung eines echten Mercedes-Silberpfeils.

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Hans Herrmann im W 196 R beim Goodwood Revival 2011.
Hans Herrmann im W 196 R beim Goodwood Revival 2011.
(Foto: Daimler)

Stellen Sie sich vor, Sie hätten adelige Vorfahren, Sie würden über einen weitläufigen Landsitz verfügen, wären zudem noch motorsport- und oldtimerbegeistert und hätten auf Ihrem Landgut – quasi nebenbei – auch noch eine hauseigene Rennstrecke. Was Sie in diesem Fall dann vor Ihrem geistigen Auge sehen, sieht Charles Gordon-Lennox, Graf von March und Kinrara, beim Blick aus seinem Fenster.

Einmal im Jahr veranstaltet der Nachkomme der Herzöge von Richmond aus der englischen Grafschaft West Sussex rund um das Goodwood-House ein Spektakel der ganz besonderen Art: das „Goodwood Festival of Speed“. Es ist ein einzigartiger Mischmasch aus aristokratischer Traditionspflege und automobilen Superlativen. So erwarten der Graf und die Veranstalter des Festivals auch in diesem Jahr vom 11. bis 14 Juli wieder jede Menge historisches und weniger historisches Automobilgut. Faszinierende Straßen- und Rennsport-Oldtimer einerseits, moderne Rennwagen und aktuelle Extravaganz auf Rädern andererseits.

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Wie viele andere Oldtimer- bzw. ausgefallene Automobilveranstaltungen wird auch das Festival of Speed immer öfter und stärker von Automobilkonzernen als Plattform genutzt, sowohl um die eigene Historie medienwirksam zu zelebrieren, als auch um die Brücke zum aktuellen Produktprogramm zu schlagen. So nimmt auch der Erfinder des modernen Automobils, Mercedes-Benz, den Weg über den Kanal gerne in Kauf, und nutzt die englische Bühne. Einen echten Hammer haben die Stuttgarter in diesem Jahr zu bieten. Beziehungsweise das, was – typisch in England – im Rahmen traditioneller Versteigerungen gerne unter den selbigen kommt: die Versteigerung eines echten Silberpfeils, eines Mercedes-Benz Grand-Prix-Rennwagens Typ W 196 R.

100 Jahre Mercedes-Benz-Rennsport

Die Versteigerung des britischen Auktionshauses Bonhams fungiert als ein Höhepunkt des Wochenendes. Auf genau diesem Silberpfeil mit der Fahrgestellnummer 006/54 gewann Juan Manuel Fangio 1954 die Großen Preise von Deutschland und der Schweiz. Gleichzeitig feierten die Stuttgarter damit eine erfolgreiche Rückkehr nach dem Zweiten Weltkrieg in den Grand-Prix-Sport. Der Wagen ist der einzige erhaltene originale Silberpfeil der Nachkriegsära, der sich in privatem Eigentum befindet.

Denjenigen, die sich keinen echten Silberpfeil leisten können, bietet Mercedes-Benz Classic etwas für die Ohren: Demonstrationsfahrten in Form eines weiteren W 196 R. Passend zum Nachkriegssilberpfeil zeigen die Schwaben den Renntransporter „Blaues Wunder“ von 1955 als authentischen Nachbau aus dem Jahr 2001 sowie ein 300 SLR Coupé, das für den Einsatz bei strapaziösen Langstreckenrennen und -rallyes gebaut wurde. Das sogenannte „Uhlenhaut-Coupé“ gelangte zwar nie zum Renneinsatz, brachte es aber als Test- und Reisewagen des Konstrukteurs Rudolf Uhlenhaut vor allem zu akustischer Berühmtheit.

Zu sehen ist außerdem ein Vorkriegssilberpfeil. Rudolf Caracciola gewann mit einem dieser Fahrzeuge 1938 seinen dritten Europameistertitel im Grand-Prix-Sport für Mercedes-Benz.

Zeuge einer noch deutlich älteren Rennsport-Epoche ist der „Prinz-Heinrich-Wagen“ von Benz aus dem Jahr 1910, den die Mercedes-Klassikabteilung originalgetreu restauriert hat und der in Goodwood seine öffentliche Rückkehr auf die Rennstrecke feiert. An die Geburtsstunde des Automobils im Jahr 1886 erinnert die Besucher in Goodwood ein Benz-Patent-Motorwagen.

Zu den prominenten Markenbotschaftern des Stuttgarter Autobauers zählen Rennsport-Asse wie Lewis Hamilton, Hans Herrmann, Jochen Mass, Stirling Moss, Nico Rosberg und Jackie Stewart. Sie sitzen hinter der Lenkrädern und bewegen in Goodwood zahlreiche der betagten Pretiosen. Weitere Informationen finden Sie hier.

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