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Größter Elektro-Lkw rollt auf Berlins Straßen

| Autor / Redakteur: js/gr / Jürgen Schreier

Der größte Elektro-Lkw mit Straßenzulassung ist seit dem 17. Juli aktiv. Mit ihm wird getestet, wie der Lieferverkehr umweltfreundlicher werden kann.

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(Belaga)

Der größte Elektro-Lkw mit Straßenzulassung fährt seit dem 17. Juli auf den Straßen von Berlin. An diesem Tag ist der Terberg YT202 EV zu seiner Jungfernfahrt vom Berliner Westhafen aus gestartet. Das von der Berliner Hafen- und Lagerhausgesellschaft mbH (Behala) betriebene Fahrzeug ist allerdings kein gewöhnlicher Lkw sondern ein Transportspezialist für den Güterumschlag.

„Die Behala bemüht sich als Betreiber des umschlagstärksten Containerterminals in den neuen Bundesländern um eine grüne und nachhaltige Logistik", begründet Behala-Geschäftsführer Peter Stäblein die Inbetriebnahme. Mit dem elektrischen Terberg will der Logistiker nun die Chancen für einen umweltfreundlicheren Transport ausloten.

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Der Elektro-Lkw wird im Rahmen der bundesweiten Schaufenster-Projekte zur Elektromobilität eingesetzt, die der Bundesregierung helfen sollen, bis 2020 auf eine Million Elektrofahrzeuge in Deutschland zu kommen. Das Berliner Projekt KV-E-Chain untersucht, wie Container mit Waren, die per Zug unter anderem vom Projektpartner DHL im Berliner Westhafen ankommen, an verschiedene Ziele in der Stadt mit Elektromobilen ausgeliefert werden können.

Die Konsortialführerschaft des Projektes liegt bei der Technischen Hochschule Wildau, die auch die wissenschaftliche Begleitung verantwortet. Für Projektleiter Prof. Herbert Sonntag von der TH Wildau demonstriert das Projekt KV-E-Chain „zum ersten Mal eine vollständig elektrifizierte Lieferkette im kombinierten Verkehr mit Vor- und Nachlauf auf der Straße“. Damit könnten erstmals die Rahmenbedingungen des Einsatzes derart großer Elektro-Fahrzeuge praktisch erforscht und Empfehlungen für zukünftige Entwicklungsprojekte formuliert werden.

Um einen emissionsfreien Betrieb sicherzustellen, wird eine Elektro-Tankstelle auf dem Gelände des Berliner Westhafens installiert werden, die Strom von einer vom Projektpartner Berliner Energieagentur (BEA) betriebenen Solaranlage bezieht. Während die Elektromobilität auf der Schiene schon seit langem etabliert ist, ist der Transport auf der Straße immer noch auf Dieselfahrzeuge angewiesen. Mit dem Projekt KV-E-Chain wird nun erstmals eine vollelektrische Lieferkette auf der Langstecke demonstriert, indem auch die letzten Kilometer des Transports elektrifiziert werden.

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