Große Autohändler: Nur die Rendite wächst nicht mit

Autor / Redakteur: Jens Rehberg / Viktoria Hahn

»kfz-betrieb« beleuchtet in seiner Spezialausgabe „Die großen Autohändler Deutschlands 2019“ sowohl die aktuelle Lage als auch Erwartungen für die Zukunft der großen Autohausgruppen hierzulande.

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(Bild: Auto Scholz)

Ob Fahrzeugabsatz, Unternehmensumsatz oder Personaleinsatz – die Top-100 im markengebundenen Automobilhandel legten in den vergangenen Jahren überall kräftig zu. Dieses Jahr veröffentlicht das Fachmedium »kfz-betrieb« bereits zum dreizehnten Mal am Jahresende die Erfolgsstrategien der großen Autohändler Deutschlands.

Die Spezialausgabe ist ein Branchennavigator für Vertrieb und Service im deutschen Automobilhandel und präsentiert das Who’s who der großen Player für Neu- und Gebrauchtwagen. Vergleicht man die jeweiligen Zahlen aus der »kfz-betrieb«-Spezialausgabe von 2014 mit den Zahlen in diesem Jahr, offenbart sich ein beeindruckender Wachstumssprung:

  • Umsatz: von 27,5 Milliarden auf 39,8 Milliarden Euro
  • Mitarbeiter (inkl. Azubis): von 62.400 auf 81.700
  • Neuwagenverkäufe: von 601.000 auf 712.000
  • Gebrauchtwagenverkäufe: von 607.000 auf 742.000

„Diese Entwicklung ist für die Top-100 sehr erfreulich. Jedoch bleibt ein Wermutstropfen: Die Rendite ist nicht mitgewachsen“, sagt »kfz-betrieb«-Chefredakteur Wolfgang Michel. Der Hauptgrund liege im Neuwagen-Geschäftsmodell und den damit verbundenen Rahmenbedingungen: An den wenigsten Neuwagen werde nennenswert Geld verdient. „Die Rabatte sind nach wie vor viel zu hoch, der Handel verkauft zu jedem Preis, nur um am Jahresende den finanziellen Bonus des Herstellers nicht zu gefährden“, erklärt Michel weiter.

Eigene Strategien der Händler sind unerlässlich

Von Audi bis Volvo gilt: Die großen Autohändler Deutschlands steigern zwar stetig ihren Neuwagenabsatz und damit auch den Umsatz. In Sachen Durchschnittsrendite sind sie aber mehrheitlich weit entfernt von einer Drei vor dem Komma.

Die großen Autohändler Deutschlands 2019
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Nur wenige freuen sich über eine Zwei, für den Großteil steht vor dem Komma die Eins oder gar die Null. Derzeit sieht es nicht danach aus, dass sich daran künftig etwas zum Positiven verändern wird.

Exemplare der Ausgabe „Die großen Autohändler“ erhalten Sie online unter oder direkt bei Oliver Kuhn, E-Mail: , Tel.: 0931/418-2493.
Exemplare der Ausgabe „Die großen Autohändler“ erhalten Sie online unter oder direkt bei Oliver Kuhn, E-Mail: , Tel.: 0931/418-2493.
(Bild: Vogel Communications Group)

Ganz im Gegenteil: Die Elektromobilität wird die Ertragslage nicht verbessern, Händlerverträge, Margensysteme und Standards ebenso nicht. Schließlich hatten neue Verträge noch nie das vordergründige Ziel, die Ertragslage im Handel spürbar zu verbessern. Um sich wirtschaftlicher besser zu stellen, braucht es demnach eigene Strategien.

Beispiel Best Group (Volkswagen, Audi, Skoda): Das Unternehmen mit Sitz in Mühlheim am Main fusionierte in diesem Jahr mit sechs regionalen Autohäusern zum neuen Megahändler. Die Best-Auto-Familie, wie sich die Gruppe nennt, wird bis Ende 2019 rund 25.000 Neu- und Gebrauchtwagen verkauft haben.

Fusion als Schritt in Richtung Zukunft

Für alle Beteiligten ist die Fusion ein Schritt in Richtung Zukunftssicherung. Zum einen steckt die Gruppe durch die Zusammenarbeit ihr Revier ein Stück weit nach links und rechts ab. Zum anderen hat man als großer Partner auch mehr Möglichkeiten, die Zusammenarbeit mit den Herstellern unter Ertragsgesichtspunkten zu optimieren.

Beispiel Rhein-Gruppe (BMW/Mini): Die Autohausgruppe Rhein wächst 2020 um vier Betriebe in Nordbayern. Der Händler übernimmt zum neuen Jahr die beiden Autohäuser Herrnleben in Bayreuth und Degner in Hof mit jeweils zwei Standorten inklusive aller Mitarbeiter. Mit der Übernahme steigt die Zahl der zur Gruppe gehörenden Betriebe auf 25. Die Rhein-Gruppe ist in Baden-Württemberg und Bayern aktiv, beschäftigt rund 1.200 Mitarbeiter und verkauft jährlich 25.000 Neu- und Gebrauchtwagen.

Die »kfz-betrieb«-Schwerpunktausgabe 50/2019 „Die großen Autohändler Deutschlands“ können Sie online auf der Webseite zum Preis von 8,30 Euro bestellen.

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