293611, 290779, 284924 GVO: Nissan bekennt sich zum Händlernetz
Die Nissan-Händler erwirtschaften in diesem Jahr eine durchschnittliche Rendite von 2,5 Prozent. Trotz der guten Rahmenbedingungen sieht Verbandspräsident Peter Gerards dringenden Handlungsbedarf.
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Die Nissan-Händler wollen den in den vergangenen Jahren eingeschlagenen Kurs einer konstruktiven Streitkultur mit Nissan Center Europe fortsetzen. Ihre Zustimmung zur Linie des Verbandspräsidenten Peter Gerards unterstrichen die Mitglieder des Verbands der Nissan-Händler (VDNH) am Samstag in Köln bei der Wahl des Vorstandes für die kommende Amtsperiode: Sowohl Gerards als auch die Vorstandsmitglieder Marlies Wegener und Frank Perez wurden ohne Gegenstimme im Amt bestätigt.
Neu in den Vorstand rückten Gisbert Schücking und Markus Walter auf. Sie ersetzen Hermann-Josef Pooth und Bernd Hornbacher, die nach jahrelanger ehrenamtlicher Tätigkeit nicht mehr angetreten waren. Der scheidende Vorstand wurde zudem ohne Gegenstimme entlastet.
In der Sache verdeutlichte Gerards, dass „die Entwicklung des Fabrikats in Deutschland stimmt“. Mit einer durchschnittlichen Händlerrendite von 2,5 Prozent liegt das Fabrikat deutlich über dem von ZDK-Präsident Robert Rademacher prognostizierten Wert von 1,5 Prozent; Neuwagenabsatz und Marktanteil sind seit 2007 deutlich gestiegen. „Prozente machen besoffen, aber nicht satt“, warnte der Verbandspräsident dennoch in Richtung Händlerschaft und Importeur. Entscheidend sei letztlich der Gewinn in Euro, den jeder einzelne Händler brauche, um Steuern, Rückstellungen, Verluste aus Leasingrückläufen und die vom Importeur geforderten Standards und Ausrüstungen zu finanzieren.
Verband hält mit Kritik nicht zurück
Bei allen Erfolgen liegen der Händlerschaft einige Punkte im Magen: Die Lieferbarkeit und Verfügbarkeit der Fahrzeuge ist derzeit verbesserungswürdig, die Verkaufsförderung der letzten Monate müsse auf dem bisherigen Niveau beibehalten werden und vor allem die Hoffnungsträger der nächsten Monate, die Modelle Juke und Micra, in die Förderung einbezogen werden.
Mit Überraschung hat die Verbandsführung zudem die Ankündigung von Arthur Wirtz, Manager Fleet von Nissan Europa, gegenüber »kfz-betrieb ONLINE« aufgenommen, dass ihre Marke unter die Top-3-Nutzfahrzeughersteller aufsteigen wolle. Bisher fehlten ein sinnvolles Vermarktungskonzept und wettbewerbsfähige Produkte, kritisierte die Verbandsführung. Überfällig seien zudem Fleet-Konditionen und verbindliche Liefertermine. „Wie wollen Sie einem Gewerbekunden denn klar machen, dass sein Lieferwagen vielleicht in drei, möglicherweise aber doch erst in sechs Monaten kommt?“, fragte Gerards.
Dauerbaustelle Garantie und Teile
Das Dauerthema Garantie brachte einmal mehr Bernd Hornbacher vor. „Es ist der Grund, warum wir nicht noch erfolgreicher sind“, sagte Bernd Hornbacher, der nach seinem Verzicht auf ein Vorstandsamt dem Arbeitskreis Qualität und Kundendienst weiter zur Verfügung stehen wird. Schadenanfällige Teile würden in der Qualität nicht besser, die Arbeitskosten für Kulanzreparaturen nicht vom Importeur bezahlt. „Da geraten wir in Erklärungsnöte, wenn wir einem Qashqai-Kunden wiederholt den Stoßdämpfer ausbauen und er immer wieder kaputt geht“, so Hornbacher.
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