Neue Geschäftsfelder Handel blickt verhalten auf künftiges Caravan-Business

Von Martin Achter

Das Geschäft mit Reisemobilen hat so manchem Händler in den vergangenen beiden Jahren wirtschaftlich durchaus Freude bereitet. Die Zukunft bewerten die Händler etwas skeptischer, wie eine Umfrage zeigt. An mancher Stelle lauern aber auch Potenziale.

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Lange Lieferzeiten und hohe Preise können das Geschäft mit Reisemobilen und Caravans bedrohen, fürchten Autohändler.
Lange Lieferzeiten und hohe Preise können das Geschäft mit Reisemobilen und Caravans bedrohen, fürchten Autohändler.
(Bild: Rosenow/»kfz-betrieb«)

Nach dem Caraving-Boom der vergangenen beiden Jahren sind Händler mit ihren Erwartungen an das Geschäft im laufenden und in den kommenden beiden Jahren einer Studie zufolge zurückhaltend. Zwei von fünf Händlern (41 Prozent) rechnen 2022 mit einem rückläufigen Verkauf von Reisemobilen, wie eine Befragung der Unternehmensberatung GSR im Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsunternehmen Miios zeigt. Und ein knappes Drittel (31 Prozent) erwartet, dass der Handel mit Wohnwagen im laufenden Jahr zurückgeht.

Aber nicht alle Händler gehen von einem rückläufigen Geschäft aus: Etwas weniger als die Hälfte der befragten Händler (48 Prozent) rechnet 2022 demnach mit einem stabilen Handel mit Wohnwagen. Und etwas mehr als ein Drittel (38 Prozent) geht von einem gleichbleibenden Verkauf von Wohnmobilen aus. Nur 18 Prozent (Wohnmobile) beziehungsweise 15 Prozent (Wohnwagen) halten 2022 bessere Verkaufszahlen für möglich.

Auch mit Blick auf die kommenden beiden Jahre lassen sich aus den Umfragedaten zurückhaltende Markterwartungen ablesen: 46 Prozent der Händler rechnen bis 2024 lediglich mit einem gleichbleibenden Geschäft. 35 Prozent hingegen halten wachsende Verkaufszahlen für möglich. Die Marktdaten können auch für viele Automobilhändler von Interesse sein, da sie bereits im Caravan-Business aktiv sind oder teils über eine Erweiterung ihrer Geschäftsfelder nachdenken.

Als größte Herausforderung für die Branche sehen Händler aktuell die Lieferzeiten. 84 Prozent der Händler halten diese für ein Problem. Knapp ein Drittel (32 Prozent) sieht steigende Preise als Bedrohung für das Geschäft. 26 Prozent halten die Entwicklung der Energiekosten für kritisch. Und weitere 17 Prozent halten eine Marktsättigung für absehbar.

Die Lieferzeiten sind tatsächlich massiv gestiegen: 71 Prozent berichten momentan von Lieferzeiten von sieben bis zwölf Monaten. Vor Corona verzeichneten 77 Prozent der Händler Wartezeiten von bis zu sechs Monaten. Trotzdem sind aktuell ebenfalls 77 Prozent der Händler mit ihren Vertriebspartnerschaften mit Wohnmobilherstellern zufrieden.

Potenzial im Caravaning-Geschäft besteht der Umfrage zufolge offenbar noch in der Vermittlung von Finanzdienstleistungen. Rund 28 Prozent ihrer Wohnmobile vermarkten Händler aktuell mittels einer Finanzierung. Bei Wohnwagen sind es 26 Prozent. Hier sehen die Studienautoren „Potenzial für Partnerschaften und für Geschäft – und auch dafür, Kunden zu loyalisieren“.

Die GSR Unternehmensberatung und das Marktforschungsunternehmen Miios befragten für die Untersuchung insgesamt 100 Fachhändler für Reisemobile und Wohnwagen in Deutschland. Die Befragung erfolgte im März.

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