Hyundai-Händlerverband: Diskussion um neue Standards

Immer noch zu viele EU-Fahrzeuge

25.10.2010 | Redakteur: aw

Hyundai führt in seinem Händlernetz neue Standards ein. Die Veränderungen, denen sich die Händler stellen müssen, waren das wichtigste Thema auf der Jahreshauptversammlung des Verbands der Hyundai-Vertragspartner Deutschland am 23. Oktober in Offenbach.

„Wir sind momentan in einem recht schönen Fahrwasser unterwegs“, sagte der Verbandsvorsitzende Peter Schumann angesichts der guten Neuzulassungszahlen. Er warnte jedoch vor einer zu großen Gelassenheit im Handel, die angesichts der kommenden Veränderungen nicht nachvollziehbar sei.

Die Geschäftsführerin des Händlerverbands, Antje Woltermann, stellte die wesentlichen Neuerungen an den Standards vor, die derzeit zwischen Importeur und Verband diskutiert werden. Dazu gehört ein größerer Showroom sowie strengere Anforderungen in Sachen Kundenwartebereich, Verkäuferarbeitsplätze, Parkplätze, Fahrzeugausstellung und Mitarbeiterqualifizierung. Der Einführungstermin steht noch nicht fest.

Problematisch sieht der Verband vor allem die Vergrößerung der Showroomfläche auf möglicherweise bis zu 200 Quadratmeter. Viele Händler hätten derzeit deutlich weniger und nicht alle seien in der Lage, ohne Weiteres zu erweitern. „Das bereitet uns Magenschmerzen“, sagte Woltermann. Hinzu komme, dass Hersteller durch die Neuregelung der GVO ab 2013 Markenexklusivität verlangen könnten. Da mehr als die Hälfte der Hyundai-Partner Mehrmarkenhändler seien, könne man nicht absehen, wer dann noch an Hyundai festhalten werde. In einer solchen Situation zu investieren sei sehr schwierig.

„Wir müssen uns weiterentwickeln“, sagte Werner Frey, Geschäftsführer von Hyundai Motor Deutschland. Er verwies auf die großen Investitionen des Konzerns in Forschungs und Entwicklung. „Wir haben tolle Autos bekommen und werden unsere Palette erweitern. Da müssen wir im Auftritt schritt halten“, betonte Frey. Er wiederholte das Ziel des Importeurs, Veränderungen mit Augenmaß einzuführen und alle Händler mit in die Zukunft nehmen zu wollen. „Es muss sich auch für Sie rechnen“, sagte der Geschäftsführer.

EU-Fahrzeuge sorgen für Unmut

Kopfzerbrechen bereitet den Hyundai-Händlern die hohe EU-Fahrzeug-Quote. „Wir reden hier über einen Anteil von 25 Prozent, in manchen Gegenden sind es sogar 30“, sagte Schumann. Hier müsse die Hyundai-Europazentrale – wie versprochen – stärker eingreifen. Mit Blick auf die neuen Standards sagte Schumann: „Es kann nicht sein, dass ein Hersteller Investitionen von uns verlangt und uns gleichzeitig mit vielen EU-Fahrzeugen die Rendite kaputtmacht.“

Werner Frey äußerte Verständnis für die Händler. „In dieser Sache hinken wir immer noch hinterher“, gab der Hyundai-Deutschland-Chef zu. Man trage dem Hersteller die Problematik bei jeder Gelegenheit vor. „Wir wollen schnell wieder das Niveau von 2008 erreichen“, sagte Frey. Damals kamen etwa neun Prozent der in Deutschland verkauften Hyundai-Fahrzeuge aus dem Ausland. Der Importeur selbst versuche mit verschiedenen Maßnahmen gegenzusteuern, wie dem i30 Easy Entry. Auch die für einige Modelle eingeführte Fünf-Jahres-Garantie, die auch für alle neuen Modelle gelten wird, sei ein Werkzeug, um sich vom Graumarkt abzuheben. „Das müssen wir mehr nach draußen tragen“, sagte Frey.

Marktanteil soll steigen

Für dieses Jahr rechnet der Importeur mit über 70.000 verkauften Einheiten und einem Marktanteil von 2,6 Prozent. Damit würde die koreanische Marke ihren Marktanteil steigern: Im Umweltprämienjahr 2009 erreichte Hyundai mit 91.000 Neuzulassungen einen Marktanteil von 2,4 Prozent.

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