Hyundai will 2015 fünf Prozent Marktanteil

Redakteur: Andreas Wehner

Seit dem 1. Januar ist Hyundai Motor Deutschland Teil der Herstellerorganisation. Die Koreaner wollen kräftig Gas geben, versprechen aber auch, ein altes Problem der Händler anzugehen: die Grauimporte.

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Der ehemalige Geschäftsführer Werner Frey übergab das Steuer bei Hyundai Motor Deutschland an den neuen Präsidenten Jung Kook Bae.
Der ehemalige Geschäftsführer Werner Frey übergab das Steuer bei Hyundai Motor Deutschland an den neuen Präsidenten Jung Kook Bae.
( Wehner )

Hyundai will in Deutschland mehr Gas geben. Bis 2015 peilt die koreanische Marke einen Marktanteil von fünf Prozent an. Dieses Ziel gab der neue Präsident von Hyundai Motor Deutschland, Jung Kook Bae, am Samstag auf der Händlertagung in Hannover aus. Das entspräche einem Absatz von 150.000 Autos bei einem Gesamtmarkt von 3 Millionen Einheiten.

Im vergangenen Jahr verkaufte die koreanische Marke in Deutschland knapp 87.000 Pkw und kam auf einen Marktanteil von 2,7 Prozent. 2012 will Hyundai 90.000 Neuzulassungen erreichen. Der Importeur, der seit Anfang des Jahres dem Hersteller selbst gehört, will dabei den Graumarktanteil verringern. Bae versprach, effektiver als bisher gegen EU-Importe vorzugehen.

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Der 50-Jährige Manager hatte seinen ersten großen Auftritt vor der Händlerschaft, nachdem er zum 1. Januar die Führung von Hyundai Motor Deutschland übernommen hat. Bae arbeitet seit vielen Jahren für Hyundai in Europa und war zuletzt als Präsident des Hyundai Motor East Europe Regional Headquarters mit Sitz in Kiew tätig.

Gleichzeitig stellte sich der neue deutsche Geschäftsführer den Händlern vor. Wie bereits berichtet, komplettiert Markus Schrick ab 1. März die Führungsspitze des Importeurs. Er arbeitete zuletzt als Berater des Vorstands bei der in Wuppertal ansässigen Frowein & Co. Beteiligungs AG, ist aber in der deutschen Kfz-Branche kein Unbekannter. Nach Stationen bei Ford und Audi war Schrick von 2003 bis 2008 Geschäftsführer von Toyota Deutschland.

Um den Absatz zu befeuern, setzt Hyundai in diesem Jahr vor allem auf den neuen i30. Das C-Segment-Modell startet Ende März und soll mit einem Neukundenanteil von 70 Prozent vor allem den französischen Importeuren die Marktanteile streitig machen. Daneben bringen die Koreaner 2012 den Nachfolger für das SUV Santa Fe sowie eine überarbeitete Variante des Kleinwagens i20.

Auch mit dem von Lieferschwierigkeiten eingebremsten Kompakt-SUV ix35 will Hyundai in diesem Jahr stärker angreifen. „Das Verfügbarkeitsproblem ist gelöst“, versprach Vertriebsleiter Udo Brandenburger. Der Importeur hat das Auto zum Jahresanfang verstärkt in den Werbefokus gerückt – zusammen mit dem Mittelklasse-Modell i40. Der soll verstärkt auch Flottenkunden begeistern, die Hyundai seit dem vergangenen Jahr mit speziellen Business-Centern besonders ins Visier nimmt. Zu den derzeit 41 auf Firmenkunden spezialisierten Standorten sollen weitere 40 dazukommen. Für Hyundai ist das Flottengeschäft ein wichtiger Wachstumsmotor. Der Importeur peilt in diesem Jahr 11.500 echte Gewerbekundenzulassungen an. 2011 waren es 7.400.

Auch für das Gebrauchtwagengeschäft hat sich die Marke neu aufgestellt. Am 2011 eingeführten Gebrauchtwagenprogramm „i-Best“ nehmen derzeit 73 Händler teil. Ende 2012 sollen es 150 sein.

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