Tarifverhandlungen IG Metall ruft zu weiteren Warnstreiks auf

Autor: Doris Pfaff

Nach Baden-Württemberg sind auch in Bayern die ersten Tarifgespräche für das Kfz-Handwerk ergebnislos verlaufen. Keine Fortschritte bei den Gesprächen gab es zudem in Sachsen-Anhalt und in Niedersachsen. Nun hat die IG Metall zu Warnstreiks aufgerufen. Dafür hat Albert Vetterl, Präsident des Kfz-Gewerbe Bayerns, kein Verständnis.

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Die IG Metall fordert für die Beschäftigten im Kfz-Handwerk und -Gewerbe insgesamt vier Prozent mehr Lohn, die Arbeitgeberseite fordert dagegen eine Nullrunde.
Die IG Metall fordert für die Beschäftigten im Kfz-Handwerk und -Gewerbe insgesamt vier Prozent mehr Lohn, die Arbeitgeberseite fordert dagegen eine Nullrunde.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Erste Warnstreiks von Beschäftigten im Kfz-Gewerbe gab es bereits vergangene Woche in Baden-Württemberg, nun ruft die IG Metall für diese Woche auch zu Protesten in Bayern auf. „Die Arbeitgeber haben bislang kein Angebot auf den Tisch gelegt. Darum machen jetzt die Beschäftigten Druck für einen guten Tarifabschluss“, erklärte IG Metall-Verhandlungsführer Josef Brunner.

Noch im Laufe der Woche soll es zu Warnstreiks unter anderem in Autohäusern und Kfz-Werkstätten in München, Nürnberg, Augsburg und Regensburg kommen. Aufgerufen sind dort die Betriebe der Marken von BMW, Daimler, VW, Audi, Porsche und MAN.

Das Kfz-Gewerbe Bayern reagierte auf den Aufruf mit scharfer Kritik. „Die aktuellen Warnstreiks sind unnötig. Gerade vor dem Hintergrund der Corona-Krise ist es nicht an der Zeit für einseitigen Arbeitskampf. Vielmehr sollten wir als Tarifpartner gemeinsam unsere Verantwortung für den Mittelstand in Bayern ernst nehmen“, sagte Albert Vetterl, Vorsitzender der Tarifkommission im bayerischen Kraftfahrzeuggewerbe.

Die Arbeitgeber im bayerischen Kraftfahrzeuggewerbe seien weiterhin an konstruktiven Verhandlungen mit der IG Metall interessiert. Jedoch seien die Folgen der Corona-Politik für die aktuellen Tarifverhandlungen jedoch eine zusätzliche Herausforderung, sagte Vetterl.

Denn die rund 7.000 bayerischen Kfz-Innungsbetriebe seien wirtschaftlich durch die Folgen der Corona-Krise stark belastet. Rund zwei Drittel der Betriebe hätten 2020 deutliche Umsatzeinbußen hinnehmen müssen. Auch der Start in 2021 zeige deutliche Einbrüche und Rückgänge.

Während die IG Metall in Bayern für die rund 145.000 Beschäftigten im Kfz-Handwerk unter anderem ebenfalls vier Prozent mehr Gehalt, eine deutliche Erhöhung der Ausbildungsvergütung und ein Rückkehrrecht nach beruflichen Weiterbildungen fordert, plädiert die Arbeitgeberseite in der nächsten Runde dafür, die Gehälter nicht zu erhöhen. Die nächste Tarifverhandlung findet wie in Baden-Württemberg auch in Bayern am 17. Juni statt.

Ebenfalls zu Warnstreiks aufgerufen hat die IG-Metall in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, auch dort waren die ersten Gespräche ergebnislos verlaufen.

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Doris Pfaff

Redakteurin bei »kfz-betrieb«, Ressort Verbände & Politik