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Im Smart-Center Saarbrücken tanken Kunden künftig Sonne

Autor: Wolfgang Michel

600 Quadratmeter Photovoltaik auf dem Dach und zwölf Ladestationen auf dem Gelände – eines der letzten exklusiven Smart-Center in Europa bereitet sich derzeit auf das rein elektrische Zeitalter ab 2020 vor.

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Das Smart-Center Saarbrücken bereitet sich derzeit auf das rein elektrische Smart-Zeitalter ab 2020 vor.
Das Smart-Center Saarbrücken bereitet sich derzeit auf das rein elektrische Smart-Zeitalter ab 2020 vor.
(Bild: Smart-Center Saarbrücken)

2014 hat Smart den Diesel verbannt, jetzt sind die Tage der Neuwagen mit Benzinmotoren gezählt. Aktuell läutet der Hersteller das Ende der Verbrenner mit folgenden Werbeslogans ein: „Bevor aus brumm brumm summ summ wird“ und „Bevor Zylinder nur noch Hüte sind“. Ab dem 30. Juni 2019 ist Schluss, danach sind sämtliche Fortwo- und Forfour-Modelle nur noch mit elektrischem Antrieb bestellbar.

Für einen der wenigen exklusiven Smart-Händler in Europa hat diese Entscheidung gravierende Auswirkungen. „Wir leben nun mal ausschließlich vom Smart-Verkauf. Wir haben nicht die Möglichkeit, für zwei, drei Jahre auf andere Neuwagen auszuweichen. Für uns geht es jetzt darum, die nächsten Jahre zu überleben“, sagt Center-Manager Uwe Conrad vom Smart-Center Saarbrücken.

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Rückblick: Die Geschichte der Elektromobilität begann bei Smart mit der Weltpremiere des Fortwo EV (Electric Vehicle) im Jahr 2006. Ende 2009 folgte der Smart Fortwo Electric Drive mit Lithium-Ionen-Batterie. Im Sommer 2017 führte der Hersteller die elektrifizierten Modelle der aktuellen Baureihen ein. Diese tragen seit 2018 alle die Bezeichnung EQ im Namen (Smart EQ Fortwo, Smart EQ Fortwo Cabrio, Smart EQ Forfour). EQ ist die Elektromobilitätsmarke des Daimler-Konzerns.

Keine Angst vor der rein elektrischen Zukunft

Auf die Frage, ob er Angst vor der rein elektrischen Zukunft habe, antwortete Uwe Conrad im Gespräch mit »kfz-betrieb« vergangenes Jahr: „Nein, ich freu' mich darauf. Ich vergleiche die heutige Zeit gerne ein wenig mit der Aufbruchstimmung im Jahr 1998. Damals waren wir echte Pioniere. In Sachen Elektromobilität sind wir das heute wieder. Ich bin richtig froh, dass ich das alles noch miterleben darf.“

Ob erste oder aktuelle Generation – der Center-Manager hat in all den Jahren höchstpersönlich dafür gesorgt, dass sein Smart-Center überproportional viele elektrische Kleinwagen verkaufte. Dennoch waren Ladesäulen in der Brebacher Landstraße 1 in Saarbrücken bisher Fehlanzeige. Seit Kurzem gibt es derer gleich zwölf auf dem Gelände. Aber nicht nur das: Auf dem Dach des kleinen Autohauses wurden auf einer Gesamtfläche von 600 Quadratmetern zudem noch 259 Photovoltaikmodule installiert. „Wir wollen in Sachen E-Power hier und heute Trendsetter sein, nicht irgendwann Follower“, begründet Uwe Conrad die unternehmerische Entscheidung. „Wir sehen uns ganz klar in einer Vorreiterrolle“, so der Center-Manager weiter.

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Rund sechs Monate haben er und sein Serviceleiter Werner Letter mit der Planung verbracht. Unterstützt wurden sie dabei von den Stadtwerken Saarbrücken. Der vor Ort Energieversorger Energie SaarLorLux AG hat die Fotovoltaikanlage sowie die Ladestationen geliefert und installiert. Die Investitionen belaufen sich auf über 200.000 Euro. Eine Menge Geld für das kleine Autohaus, da es diesbezüglich seitens des Herstellers keine Finanzspritze gibt.

65.000 Kilowattstunden saubere Energie im Jahr

Die Fotovoltaikanlage, die Uwe Conrad und Werner Letter auf dem Dach des Smart-Centers Saarbrücken installieren ließen, steht stellvertretend für die E-Power mit der die gesamte Belegschaft das elektroautomobile Zeitalter angeht. „Die 259 Photovoltaikmodule produzieren rund 65.000 Kilowattstunden saubere Energie im Jahr“, erklärt Serviceleiter Werner Letter stolz: „Somit werden wir nur in Ausnahmesituationen auf konventionellen Strom zurückgreifen müssen.“ Dafür sorge unter anderem auch eine optimierte Ladeinfrastruktur inklusive intelligentem Lastenmanagement.

Ab 2020 stellt das Smart-Center Saarbrücken zudem alle Vorführwagen, Leihwagen und Mitarbeiterfahrzeuge auf EQ-Modelle um. „Ab dann sind rund 30 E-Autos allein auf unser Autohaus zugelassen“, sagt Uwe Conrad.

(ID:45822428)

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 Wolfgang Michel

Wolfgang Michel

Chefredakteur »kfz-betrieb«