Wheels & Crime: Episode 4 Im Visier der Behörden: Wie deutsche Händler ungewollt zu Sanktionsbrechern werden

Von Silvia Lulei 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

In der neuen Folge des True-Crime-Podcasts „Wheels & Crime“ geht es um Sanktionsumgehung in der Kfz-Branche. Wie kriminelle Zwischenhändler seriöse deutsche Autohändler ausnutzen und diese dadurch in rechtliche Schwierigkeiten bringen.

Sanktionsumgehungen sind ein heikles Thema. Trotzdem gab es viel zu lachen bei der Podcastaufnahme: Silvia Lulei hatte RA Andreas Glotz als Experten zu Gast.(Bild:  VCG - Simon)
Sanktionsumgehungen sind ein heikles Thema. Trotzdem gab es viel zu lachen bei der Podcastaufnahme: Silvia Lulei hatte RA Andreas Glotz als Experten zu Gast.
(Bild: VCG - Simon)

Trotz EU-Embargos gegen Russland boomt der illegale Export deutscher Luxusfahrzeuge. Zahlungskräftige russische Kunden sind bereit, Preisaufschläge von bis zu 150 Prozent für Premium-SUVs zu zahlen. Kriminelle Zwischenhändler haben daraus ein lukratives Geschäftsmodell entwickelt – auf Kosten ahnungsloser deutscher Autohändler.

Seriöse Händler als erste Opfer

„Das erste Opfer ist immer der seriöse Händler“, warnt RA Andreas Glotz von der Deutschen Gesellschaft für Geldwäscheprävention (DGGWP). Während die Kriminellen enormen Profit aus den illegalen Geschäften ziehen, müssen betroffene Händler mit empfindlichen Bußgeldern von bis zu 500.000 Euro rechnen.

Die Betrüger nutzen dabei gezielt die Schwachstellen des Systems aus: komplexe Behördenzuständigkeiten, unterschiedliche gesetzliche Vorschriften und die Tatsache, dass Sanktionen nur bei direktem Export nach Russland greifen. Über Umwege durch Belarus, Kasachstan oder andere Anrainerstaaten gelangen die Fahrzeuge dennoch an ihr eigentliches Ziel.

Raffinierte Täuschungsmanöver

In russischen Foren finden sich detaillierte Anleitungen, wie Zwischenhändler deutsche Autohäuser am besten täuschen können. Dazu gehören gefälschte Geschichten über angebliche Wiederverkäufe, manipulierte Transportdokumente und Strohmann-Konstruktionen. Oft werden sogar Fotos aus deutschen Showrooms für Angebote auf russischen Websites verwendet – ohne dass die Händler davon wissen.

Warnsignale erkennen

Die neue „Wheels & Crime“-Episode gibt Autohändlern konkrete Hinweise, wie sie verdächtige Geschäfte erkennen können:

  • widersprüchliche Angaben des Käufers
  • übertrieben hohe Kaufpreise ohne Verhandlung
  • unstimmige Exportdokumente
  • zweifelhafte Geschäftsadressen
  • komplizierte Zahlungsstrukturen über Dritte

Schutz durch Sorgfaltspflicht

Experten empfehlen Autohändlern, ähnlich wie bei Geldwäscheverdachtsmeldungen zu verfahren: gründliche Prüfung der Käuferangaben, Datenbankabgleiche und sorgfältige Dokumentation aller Verkaufsvorgänge. „Ein Händler ist gut beraten, ähnlich den Vorgaben des Geldwäschegesetzes zu agieren und auf sein Bauchgefühl zu vertrauen“, so Glotz.

Die komplexe Rechtslage mit verschiedenen zuständigen Behörden – von der Zentralstelle für Sanktionsdurchsetzung über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle bis zur Financial Intelligence Unit – macht es für Händler schwer, im Verdachtsfall richtig zu handeln.

Die neue Folge von „Wheels & Crime“ ist ab sofort auf allen gängigen Podcast-Plattformen verfügbar. Neue Episoden erscheinen alle vier Wochen. „Wheels & Crime“ ist eine Produktion der Medienmarke »kfz-betrieb«.

(ID:50643109)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung