Immer mehr Deutsche fahren Automatik-Autos

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Preissensible Kunden schalten eher selbst

Aus Sicht des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs halten sich noch Vorurteile, nach denen Automatikautos als schwerfällig und durstig gelten. Diese Vorbehalte träfen nur noch zum Teil zu – je nach Bauart des Automatikgetriebes. Bei der DAT hieß es, Doppelkupplungsgetriebe schalteten sehr präzise und seien sehr effizient im Verbrauch.

In der Herstellung sind Automatikgetriebe teurer, wie VW verdeutlichte. Besonders für preissensiblere Kunden in den kleineren Modellreihen sei daher das Schaltgetriebe noch erste Wahl – beim Polo etwa ist es noch in drei Vierteln der in Westeuropa verkauften Fahrzeuge verbaut. BMW sieht eine Zukunft fürs Selberschalten. Es gebe durchaus eine Nachfrage, vor allem von Fahrern, die es puristisch mögen.

Scheuer will Automatik-Führerschein attraktiver machen

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) will derweil den Automatik-Führerschein attraktiver machen – auch damit mehr E-Autos in Fahrschulen genutzt werden. Zu möglichen Änderungen liefen derzeit „Vorabstimmungen“ auf Arbeitsebene zwischen dem Verkehrsministerium und der EU-Kommission, wie das Ministerium am Donnerstag auf Anfrage mitteilte. Zuvor hatte die „Auto Bild“ darüber berichtet.

Wer bisher seine Führerscheinprüfung mit einem Automatik-Auto macht, darf kein Auto mit einer manuellen Schaltung fahren – sondern muss eine zusätzliche praktische Prüfung auf einem Auto mit Schaltgetriebe machen. Künftig könnte ein zusätzliches Fahrtraining ausreichen, um mit einem Automatik-Führerschein auch Schalt-Autos fahren zu dürfen.

Für die neue Regelung müsste eine EU-Richtlinie geändert werden. Dem Vernehmen nach wäre es aber auch möglich, dass Deutschland eine Änderung einführt, die dann von der EU „toleriert“ wird.

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